Crans-Montana (Kanton Wallis) – Nach dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ in der Silvesternacht dauern die Ermittlungen der Behörden an. Nach Angaben der Generalstaatsanwältin gibt es bislang keine Verdächtigen, auch Festnahmen hat es bisher nicht gegeben. Der Fokus liege derzeit klar auf der Rekonstruktion des Brandhergangs.
Der Chef der Kantonspolizei sprach am frühen Abend von etwa 40 Todesopfern. Mindestens 115 weitere Menschen seien verletzt worden, viele davon schwer. Die genaue Zahl könne sich jedoch noch ändern, da die Identifizierung der Opfer noch nicht abgeschlossen sei. Zu vermissten Personen machten die Behörden keine konkreten Angaben. Erst müssten alle Angehörigen offiziell informiert werden.
Die Party, die in der Bar stattfand, richtete sich nach Angaben der Behörden an ein junges Publikum im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Auf die Frage, ob sich auch Minderjährige unter den Opfern befinden, wollte die Polizei derzeit keine Details nennen. „Sie können sich vorstellen, dass viele junge Leute an diesem Silvesterabend dort waren“, sagte der Polizeichef lediglich.
Bundespräsident und Regierungsspitze äußerten ihr Mitgefühl mit den Opfern und ihren Familien. Der Bundespräsident bestätigte zudem, dass zahlreiche der Betroffenen aus dem Ausland stammen. Entsprechend stehe man in Kontakt mit mehreren ausländischen Botschaften, darunter auch mit Frankreich. Er habe bereits mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron telefoniert.
Zur Ursache des Feuers gibt es bislang nur vorläufige Einschätzungen. Die Generalstaatsanwältin betonte, dass mehrere Hypothesen geprüft würden. „Der ganze Raum hat Feuer gefangen“, erklärte sie. Die genaue Entstehung des Brandes werde nun forensisch untersucht. Spekulationen, etwa über eine mögliche Brandentstehung durch eine Champagnerflasche mit Wunderkerze oder über zu enge Fluchtwege, wies sie zum jetzigen Zeitpunkt zurück: Für Antworten darauf sei es noch zu früh.
Auch Fragen zu möglichen Versäumnissen beim Brandschutz blieben zunächst unbeantwortet. Wie oft die Brandschutzvorschriften kontrolliert wurden, könne derzeit noch nicht gesagt werden.
Priorität habe nun die Betreuung der Angehörigen, betonte die Generalstaatsanwältin. Ziel sei es, die Leichname so bald wie möglich an die Familien zu übergeben. Parallel dazu arbeiten Ermittler und Einsatzkräfte weiter daran, die Hintergründe der Tragödie aufzuklären.





