Ingolstadt. In den letzten Tagen wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord mehrere Betrugsfälle über sogenannte Neobroker gemeldet. Der bekannte Schaden beläuft sich auf etwa 50.000 Euro. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen und warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche.
Betrug mithilfe von Neobrokern
Neobroker bieten die Möglichkeit, unkompliziert Geld am Kapitalmarkt anzulegen. Hierfür wird oft nur ein Bankkonto bei dem Broker und ein Smartphone benötigt. Nutzer des Neobrokers „Trade Republic“ wurden in den letzten Tagen Ziel von betrügerischen Anrufen, E-Mails oder SMS, auch bekannt als „Smishing“. Die Opfer der Betrugsmasche gaben den Zugriff auf ihr Konto frei oder transferierten Gelder an andere Plattformen. Die Nachrichten kamen nicht vom Broker, sondern von unbekannten Cyberkriminellen.
Das sogenannte „Smishing“ beschreibt den Versuch von Betrügern, durch Phishing-SMS an Zugangsdaten von Online-Banking oder Brokern zu gelangen. Trade Republic hat auf die Betrugswelle reagiert und warnt seine Kunden offiziell.
Betroffene Opfer berichten
Ein 77-jähriger Mann aus Oberdolling erhielt eine betrügerische SMS bezüglich eines angeblichen unberechtigten Login-Versuchs und transferierte daraufhin einen vierstelligen Betrag an die Täter. Ein 71-jähriger Ingolstädter wurde ebenfalls Opfer, als er nach einem Anruf einer angegebenen Nummer angewiesen wurde, sein Geld in die Blockchain „Solana“ zu übertragen. Auch er verlor dabei einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Ähnlich erging es einem 62-Jährigen aus Vaterstetten und einer 42-jährigen Frau aus Ingolstadt, die ebenfalls hohe Summen verloren.
Eine 40-jährige Frau aus Schrobenhausen erhielt einen Anruf aus dem Ausland und übertrug einen dreistelligen Betrag in eine vermeintlich sichere Krypto-Wallet. In allen Fällen wurde das Geld weitertransferiert oder die Zugriffe auf Krypto-Plattformen einfrohen, was zu Vermögensschäden führte.
Kriminalpolizei rät zur Vorsicht
Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt in mehreren dieser Fälle und rät der Bevölkerung zur Vorsicht:
- Seien Sie vorsichtig und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger drängen auf schnelles Handeln.
- Öffnen Sie keine Links in unbekannten SMS und installieren Sie keine Apps aufgrund telefonischer Aufforderungen.
- Loggen Sie sich nicht über Links aus SMS oder Mails ein. Geben Sie die Adresse manuell im Browser ein und achten Sie auf eine gesicherte Verbindung (gekennzeichnet durch ein Schloss-Symbol).
- Übermitteln Sie niemals persönliche oder vertrauliche Daten oder Login-Informationen per Telefon, SMS oder Mail.
- Geben Sie niemals PIN- oder TAN-Nummern heraus. Bankmitarbeiter werden nie danach fragen.
- Informieren Sie sich über aktuelle Betrugsmaschen auf den offiziellen Webseiten der Polizei, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik oder bei den Verbraucherzentralen.




