Der Dax hat sich am Freitag nach einem bereits freundlichen Start bis zum Mittag weiterhin im grünen Bereich gehalten. Gegen 12:40 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit 25.675 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 1,2 Prozent im Vergleich zum Schlussniveau des vorherigen Handelstags.
An der Spitze der Kursliste rangierten am Mittag die Aktien von Rheinmetall, Volkswagen und BMW, am Ende die Papiere von Beiersdorf, der Münchener Rück und von Siemens.
“Die hohen Energiepreise bleiben zwar ein Belastungsfaktor, doch die Inflationssuppe wird an den Börsen derzeit nicht so heiß gegessen, wie sie zuletzt gekocht wurde. Die aktuelle Erholung ist allerdings noch kein grundlegender Stimmungsumschwung. Vielmehr korrigieren die Märkte zunächst die übertriebene Nervosität der vergangenen Handelstage. Aus einer Gegenbewegung wird erst dann ein nachhaltiger Aufwärtstrend, wenn auch die fundamentalen Argumente wieder überzeugen”, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.
Entscheidend werde deshalb die weitere Berichtssaison im Technologiesektor. “Die bisherigen Zahlen von TSMC und ASML haben erste positive Signale geliefert, reichen aber noch nicht aus, um die Zweifel an der Rentabilität der enormen KI-Investitionen auszuräumen. Jetzt müssen die großen US-Hyperscaler mit konkreten Zahlen beweisen, dass ihre Milliardeninvestitionen auch entsprechende Erträge erwirtschaften können”, so der Marktanalyst weiter.
“Der FTSE 100 notiert unterdessen leicht im Plus bei rund 10.840 Punkten. Der britische Aktienmarkt hatte sich dem jüngsten Verkaufsdruck an den internationalen Börsen bemerkenswert gut entzogen. Solide Konjunkturdaten sorgten dabei für Stabilität und machten London zeitweise zu einem sicheren Hafen im turbulenten Marktumfeld”, so Lipkow.
Inzwischen habe diese relative Stärke allerdings an Dynamik verloren. “Neue Kaufimpulse fehlen, sodass der FTSE überwiegend seitwärts tendiert. Unterstützung liefern heute vor allem Rüstungs- und Tabakwerte. Die Anleger bleiben britischen Aktien grundsätzlich gewogen, nehmen bei neuen Engagements aber zunächst etwas den Fuß vom Gaspedal”, so der Marktanalyst.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1269 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8874 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.183 US-Dollar gezahlt (+0,3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 119,35 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis sank unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 105,80 US-Dollar, das waren 13 Cent oder 0,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

