Elias Saad ist einer der ungewöhnlichsten Aufsteiger im deutschen Profifußball. Ohne Nachwuchsakademie, aber mit Beharrlichkeit und Leidenschaft hat er sich aus dem Amateurbereich bis in die Bundesliga hochgearbeitet. Nun startet der vielseitige Offensivspieler beim FC Augsburg durch – mit klaren Zielen, viel Eigenmotivation und unter einem Trainer, der seine Stärken gezielt fördern will.
Elias Saad zählt zu den bemerkenswertesten Aufsteigern im deutschen Profifußball. Der Offensivspieler durchlief nicht den klassischen Weg über ein Nachwuchsleistungszentrum, sondern kämpfte sich über verschiedene Amateurstationen wie den SV Wilhelmsburg, den Niendorfer TSV, den Buxtehuder SV und HSV Barmbek-Uhlenhorst in die Regionalliga. „Ich habe einfach selbst gern Fußball gespielt. Aber ich habe nicht jedes Bundesliga-Spiel vor dem Fernseher verfolgt.“
Über St. Pauli nach Augsburg
Bei Eintracht Norderstedt wurde er schließlich zum Leistungsträger. Diese starke Halbserie verhalf ihm zum Sprung in den Profibereich: Im Januar 2023 verpflichtete ihn der FC St. Pauli. Und nun spielt er beim FC Augsburg. Der Wechsel nach Augsburg ist für Elias Saad ein bedeutender Schritt. Der Offensivmann bringt viele Eigenschaften mit, die perfekt in das Spielsystem von Trainer Sandro Wagner passen. Wagner wiederum sorgte durch seine Verpflichtung beim FCA für einen regelrechten Hype um seine Person. „Das spielt für mich keine Rolle. Für mich war es wichtig, den nächsten Schritt zu machen. Natürlich wusste ich, dass Sandro Wagner zum FC Augsburg geht und das spielt sportlich für mich als Spieler eine wichtige Rolle…Ich finde ihn als Mensch und Trainer top. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass er deutlich mehr im Fokus steht als ein anderer Trainer. Er bringt auch als Spieler eine Karriere mit und ist kein Unbekannter“, so Saad beim Interview mit Presse Augsburg im Trainingslager im österreichischen Kollerschlag.
Offensiv flexibel
Saad gilt als schnell, technisch stark, flexibel einsetzbar und strahlt Torgefahr aus – sowohl auf den Flügeln als auch in zentraleren Offensivpositionen. Wagner, der das Spiel seiner Mannschaft offensiver und mutiger gestalten will, erhält mit ihm also einen Akteur, der durch seine Dribbelstärke und sein Tempo gegnerische Abwehrreihen auseinander ziehen könnte. Doch in welcher Rolle/Position sieht die Neuverpflichtung sich selbst? „Offensiv auf jeden Fall. Links vorne, auf der 10, da fühle ich mich am wohlsten. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann wären es diese beiden Rollen. Aber in der Position bin ich nicht. Ich möchte einfach spielen und der Mannschaft helfen.“

Doch wo sieht er seine besonderen Stärken, und in welchen Bereichen möchte er sich gerne mit und ohne Trainer weiter entwickeln? „Ich kann mit Ball der Mannschaft Kreativität im offensiven Spiel und im Eins gegen Eins geben. Außerdem kann ich auch die Gegner an mich binden, um so die Räume für meine Mitspieler zu schaffen und Chancen zu kreieren. Das ist eine große Stärke von mir. Und verbessern möchte ich mich defensiv in der Intensität und in meiner Torgefährlichkeit. Ich habe oft die Chance, ein Tor zu schießen, nutze es aber noch nicht optimal. Da, kann mir Sandro Wagner als Trainer sicher weiteren Input geben und mich besser machen.“
Schon gut im Team angekommen
FCA-Geschäftsführer Michael Ströll zeigte sich bereits bei der Vorstellung überzeugt von ihm: „Wir freuen uns sehr, dass sich Elias bewusst für unseren Weg entschieden hat. Wir sind überzeugt, dass er sein volles Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat.“ Im Trainingslager hinterließ der Neuzugang bereits einen positiven Eindruck und hatte selbst nur positive Worte für seine Mannschaftskameraden übrig: „Alle Jungs sind sehr nett. Klar gibt es einige, mit denen man mehr Interessen teilt, und bei denen es auch vom Alter her harmoniert. Ich habe hier schon zwei, drei Jungs, mit denen ich jeden Abend Karten spiele: Yusuf Kabadayi und Aiman Dardari zum Beispiel.“ Ansonsten spielt er gerne PlayStation, guckt Serien – beispielsweise Anime, Science-Fiction und ab und an Breaking Bad. „Ansonsten bin ich einfach gerne zuhause und genieße das Frühstücken sowie gutes Essen, am liebsten türkisch, asiatisch und italienisch.“
Saad könnte ein echter Gewinn für den FCA sein
Der Deutsch-Tunesier verkörpert eine moderne Spielergeneration, die sich nicht über große Namen, sondern über Leistung, Disziplin und Beharrlichkeit definiert. Seine Geschichte – vom Amateur zum Bundesligaprofi – ist inspirierend. Sollte er verletzungsfrei bleiben und sich in Augsburg durchsetzen, könnte er nicht nur zum Publikumsliebling werden, sondern auch mittelfristig sportlich wie wirtschaftlich ein echter Gewinn für den Klub sein. Und wie groß ist seine Vorfreude auf das erste Heimspiel in der WWK Arena? „Ich freue mich total auf das erste Heimspiel in Augsburg. Es wird etwas anderes sein als nach zweieinhalb Jahren bei St. Pauli. Ich bin sehr gespannt, wie es sein wird.“
Marion Buk-Kluger





