Fellhauer mit schnellstem Bundesligator aller Zeiten – FC Augsburg und FC Bayern trennen sich unentschieden

Augsburg bejubelt ein Tor für die Geschichtsbücher Foto: Sebastian Pfister
Dominik Mesch
4 Minuten Lesezeit

Es war ein absolutes Bundesligaspitzenspiel, nicht nur tabellarisch. Nach einem tollen Fußballspiel trennten sich der FC Augsburg und der FC Bayern München nicht unverdient 2:2 unentschieden. Was bleiben wird, ist für beide Mannschaften ein Punkt und das schnellste Tor der Bundesligageschichte.

Vierter gegen Zweiter, Spitzenspiel in der Fußballbundesliga. Dass der FC Bayern in dieser Konstellation auf dem Platz steht, darf als gewöhnlich gewertet werden, beim FC Augsburg ist dies nicht der Fall, und doch gab es am Samstagnachmittag genau dieses Duell. Mutig wollte Augsburgs Trainer Baum gegen den großen Nachbarn agieren lassen. Wie mutig seine Mannschaft war, dürfte auch ihn überrascht haben.

Neuer patzt bei Fellhauers Treffer für die Geschichtsbücher

Der Anstoß zu Spielbeginn wurde zu Münchens Neuer gespielt, der Ball versprang, und als die Torwartlegende Fellhauer überlupfen wollte, traf er 25 Meter vor dem Gehäuse nur dessen Rücken. Der Augsburger nutzte die Situation, um mit dem Spielgerät Richtung Torlinie zu jagen und dieses dort zum frühen Wirkungstreffer einzuschieben. Erst 8,4 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt absolviert, noch nie fiel in der Bundesliga ein Tor schneller. Der 28-jährige Mittelfeldspieler strich damit die beiden Leverkusener Volland (2015) und Bellarabi (2014) aus den Geschichtsbüchern, die sich jeweils nach neun Sekunden hatten feiern lassen können.

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Bayern macht zu wenig aus den Spielanteilen

Die Münchner Bayern erspielten sich in der Folge zwar etwas mehr Spielanteile, richtig zwingende Abschlüsse waren aber Mangelware. Die beste Chance auf eine Veränderung an der Anzeigetafel hatte Kane in der Nachspielzeit, sein Versuch landete aber am Querbalken. Doch auch die Gastgeber, die sich keineswegs versteckten, hatten noch ihre Gelegenheiten. Bah hätte nach einer Ecke erhöhen müssen, bugsierte eine Kopfballverlängerung aber aus kürzester Distanz über das Tor (35.).

Mutiger FCA antwortet auf Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bayern den Druck unmittelbar und wurde dafür belohnt. Bei einem Patzer von Schlussmann Dahmen nach einem Seitfallzieher von Diaz hatten sie noch Glück, dass Münchens Stanisic zuvor im Abseits gestanden hatte, wenig später aber zählte ein Treffer. Kane hatte den Ball Saibari an der Strafraumgrenze in den Lauf gelegt, der diesen dann in vollem Sprint zum 1:1 einschoss (55.). Augsburg ließ sich davon aber nicht beirren und spielte weiter munter mit. Kurz nachdem Trainer Baum mit der Hereinnahme des offensiven Kade für Verteidiger Seol ein Zeichen gesetzt hatte, antwortete seine Mannschaft. Nach einem schnellen FCA-Angriff konnte Neuer einen Abschluss von Brackelmann nur nach vorne abwehren. Ribeiro bedankte sich mit der erneuten Führung der Hausherren (65.).

Verdiente Punkteteilung

Geschlagen war der amtierende Meister dadurch aber noch nicht. Zehn Minuten vor dem Ende brachte Kane von der Grundlinie aus den Ball zum im Fünfmeterraum lauernden Brown, der zum sicher nicht unverdienten 2:2 einschieben konnte. Wenig später traf Gnabry nur den Pfosten. Etwas Glück benötigten die mutigen Schwaben am Ende schon, um gegen den Meister, der gleich mehrere Treffer wegen Abseitsstellung nicht zugesprochen bekam, einen Punkt einzufahren. Schlussendlich wird dies dem FC Augsburg egal sein. Sie waren mutig und haben gegen Bayern ein echtes Spitzenspiel gezeigt.

Alle Bilder zum Spiel von Sebastian Pfister

FC Augsburg: Dahmen – Bah (82. Gouwelleuw), Matsima, Brackelmann – Seol (62. Kade), Massengo, Rieder, Behrens, Fellhauer, Ibrahimovic (81. Gregoritsch) – Ribeiro (75.)

FC Bayern München: Neuer – Stanisic (67. Ito), Upamecano, Tah, Davies – Kimmich, Pavlovic (86. Bischof), Olise, Saibari (67. Gnabry), Luis Diaz (87. Karl) – Kane

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Tore: 1:0 Fellhauer (1.), 1:1 Saibari (55.), 2:1 Ribeiro (65.), 2:2 Brown (80.)

Gelbe Karten: Matsima, Ribeiro, Behrens

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)

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Dominik Mesch ist freier Redakteur bei Presse Augsburg. Seine journalistischen Schwerpunkte liegen im Sport und in der Augsburger Lokalpolitik. Er berichtet über aktuelle Sportereignisse, Vereine und Wettbewerbe sowie über politische Entscheidungen und Entwicklungen in Augsburg.