Gewerkschaftschef Vassiliadis kritisiert Merz

Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis kritisiert die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) für ihre Kommunikation. “Ich habe den Kanzler gewarnt: Hört auf mit dem Quatsch”, sagte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) dem “Spiegel”. Die Bundesregierung müsse die Reformen verständlicher erklären. “Dann ist die Bereitschaft der Menschen viel größer, auch mitzumachen. Die sind doch nicht blöd, die wissen auch, dass sich etwas ändern muss.”

Michael Vassiliadis (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Von Merz erwartet Vassiliadis, dass er sich ein Vorbild an einem seiner Vorgänger nimmt, wenn es darum geht, die Menschen zu überzeugen. “Gerhard Schröder hat das damals geschafft. Er hatte für die Agenda 2010 eine Begründung, die stichhaltig war: Er wollte die Zahl der damals 5,5 Millionen Arbeitslosen senken. Dafür hat er einen schmerzhaften Prozess eingeleitet, gegen seine Klientel.” Genau wie Schröder damals müsse nun die Union als Kanzlerpartei Führungsstärke zeigen.

Merz müsse in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Verbänden und anderen Beteiligten eine positive Erzählung über die Zukunft des Landes und der deutschen Wirtschaft finden. “Wir müssen eine Idee entwickeln, wie unsere Zukunft aussehen kann. Dafür muss ich den Menschen mehr anbieten als nur die Vision, dass wir viele Windräder haben werden und damit alle Zukunftsthemen umfassend angegangen seien.”

Die Debatte über die aktuellen Reformvorschläge sei zwar notwendig, aber falsch aufgesetzt, so Vassiliadis. Die Koalition müsse den Wahlkampf beenden und souverän das Land regieren. “Aber statt den Reformbedarf vernünftig zu erklären, schwadronieren Regierungsmitglieder über Lifestyle-Teilzeit. Oder der Kanzler klagt, alle seien zu oft krank.”

Zum Referentenentwurf für die Gesundheitsreform sagte der Gewerkschafter, es bedürfe kreativerer Vorschläge, um Kosten zu sparen, bevor man die einzelnen Beitragszahler belaste. “Die Regierung könnte etwa die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel abschaffen. Davon würden die Krankenkassen profitieren, aber auch Langzeitkranke, die häufig die Kosten für ihre Medikamente selbst aufbringen.”

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

Schwerer Verkehrsunfall bei Mering – Vier Verletzte, Straße gesperrt

Mering – Am heutigen Nachmittag hat sich gegen 14:30...

Jugendliche rauben Senior in Stadtbergen aus – Festnahme und Haftbefehl erlassen

Am Montagmorgen, den 20. April 2026, ereignete sich in Stadtbergen ein Raubüberfall auf der Pferseer Straße. Gegen 09:45 Uhr baten zwei Jugendliche im Alter von 14 und 17 Jahren einen 89-jährigen Mann, sein Geld zu wechseln. Als der Mann seinen Geldbeutel hervorholte, entrissen die Jugendlichen ihm diesen und flohen.

Polizeibericht Augsburg und Region vom 22.04.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute

Die Rosenau Gazette zum FC Augsburg: “Nach den Sternen greifen”

Wenn der FC Augsburg am Wochenende gegen die Frankfurter Eintracht spielt, dann zeigt, sich in welche Richtung sich die Saison im Gesamten entwickelt. Mit der Verpflichtung von Sandro Wagner zu Saisonbeginn wollte der FCA den nächsten Schritt machen, nachdem den Teams von Jess Thorup gerade zum Saisonende hin zweimal die Luft ausging.

Agententätigkeit: Zwei Männer wegen Spionageverdachts auf A6 bei Neuendettelsau festgenommen

Das Bayerische Landeskriminalamt führt unter der Leitung der Generalstaatsanwaltschaft...