Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, hat Krankenhäuser dafür kritisiert, trotz zusätzlicher Mittel von den Kassen im kommenden Jahr über Kürzungen zu klagen.
Im kommenden Jahr würden die Krankenhäuser mindestens 6,6 Milliarden Euro zusätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten, sagte Stoff-Ahnis der “Rheinischen Post”. Damit würden die Einnahmen der Krankenhäuser um rund 5,5 Prozent gegenüber diesem Jahr steigen. Die Krankenhäuser erhielten weiterhin genug Geld, um die Menschen gut zu versorgen, die Pflegekräfte und Ärzteschaft weiterhin gut zu bezahlen und den notwendigen Strukturwandel aktiv anzugehen, betonte die GKV-Vizechefin.
Die Krankenhäuser seien innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens die einzige ihr bekannte Branche, die bei Mehreinnahmen von 5,5 Prozent von Kürzungen spreche, kritisierte Stoff-Ahnis. Bei diesen vielen zusätzlichen Milliarden Euro habe sie kein Verständnis dafür, dass manche Krankenhausvertreter von Kürzungen sprechen und wahre Schreckensbilder an die Wand malen. Stoff-Ahnis rief die Krankenhäuser zu einem konstruktiven Reformkurs auf: “Es ist höchste Zeit, aus dem Protestmodus in den konstruktiven Gestaltungsmodus umzuschalten.”
Wie es dazu aus dem GKV-Spitzenverband hieß, könne im Zuge der einnahmenorientierten Ausgabenpolitik seitens der Kliniken weder von einer Nullrunde noch einer Minusrunde gesprochen werden. Denn wenn sich die Einnahmen der GKV erhöhten, könnten auch die Ausgaben für die Krankenhausbehandlung steigen. Bei einem Blick auf die jetzt schon bezifferbaren Steigerungen für Krankenhäuser im Jahr 2027, so hieß es vom GKV-Spitzenverband, ergebe sich folgendes Bild: Für die Vereinbarung des Landesbasisfallwerts für das Jahr 2027 werde der für das Jahr 2026 vereinbarte oder festgesetzte Landesbasisfallwert ohne Ausgleiche per Gesetz um 1,14 Prozentpunkte erhöht. Damit werde die Preiskomponente der Krankenhausvergütung um 1,35 Milliarden Euro angehoben. Dies entspreche ohne Berücksichtigung einer möglichen Tarifrefinanzierung für das Jahr 2027 bei einem Mengenanstieg von 0,5 Prozentpunkten einer Steigerung von 6,59 Milliarden Euro oder 5,5 Prozent.

