Rund 650 Menschen zogen am Freitag lautstark, aber friedlich durch Kissing, um gegen die Zustände in einem Tierversuchslabor einer Biotech-Firma zu protestieren. Unter dem Motto „Transparenz statt Tierleid“ hatten die Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz und zahlreiche Unterstützer zu der Demonstration aufgerufen.

Die Demonstration begann um 14 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Kissinger Bahnhof. Von dort aus zog der Demonstrationszug über die Bundesstraße 2 bis zum Rathaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Transparenten, Plakate und kreative Aktionen machten deutlich, was die Teilnehmenden bewegt: Empörung über die grausamen Zustände in einem Labor, das laut einer Undercover-Recherche jahrelang unter strengster Geheimhaltung Kaninchen für Blutentnahmen hielt. Das gewonnene Blut soll verkauft, die Körper anschließend entsorgt worden sein.
Zum Abschluss gedachten die Demonstrierenden in einer emotionalen Schweigeminute der getöteten Tiere. Vier tote Kaninchen wurden dabei symbolisch mitgetragen – ein stilles, aber eindrucksvolles Zeichen gegen Tierleid.
Die Polizei war mit ausreichenden Kräften vor Ort und begleitete den Zug. Die Versammlung verlief störungsfrei und friedlich.
SOKO-Tierschutz-Sprecher Friedrich Mülln forderte klare Konsequenzen:
„Es wird Zeit, dass die Firma endlich auf ihre Kritiker zugeht und den Dialog sucht, statt mit Anwälten einzuschüchtern. Das wird zu nichts führen. Wir sind zu weiteren Protesten bereit.“
Von der Politik verlangen die Tierschützer einen grundlegenden Kurswechsel – weg von Tierversuchen, hin zu modernen Alternativen. Mülln betonte außerdem die Verantwortung großer Unternehmen:
„Die Hauptverantwortung liegt bei Firmen wie Siemens, die mit Kaninchenblut viel Geld verdienen. Wir erwarten von Siemens eine Führungsrolle bei der Abschaffung dieser Industrie – anstatt dieses Gemetzel weiter fortzusetzen.“
Unterstützung erhielt SOKO Tierschutz unter anderem von den „Ärzten gegen Tierversuche“.


