Die Stadt Augsburg stellt sich den Herausforderungen einer schwierigen finanziellen Lage und plant im Doppelhaushalt 2025/26 ein starkes Investitionsprogramm zur Stärkung der Infrastruktur. Trotz sinkender Steuereinnahmen und steigender Ausgaben sollen überdurchschnittliche 317,6 Millionen Euro investiert werden, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Durchschnitt von 106 Millionen Euro seit 2003.
Schwerpunkt Schulen: Investitionen für die Zukunft
Im Bereich Bildung fließen über 40 Millionen Euro jährlich in Neubauten und Sanierungen. Große Projekte sind die Gesamtsanierung der FOS/BOS/RWS mit 42,24 Millionen Euro in beiden Jahren und der Ausbau der Johann-Strauß-Grundschule. Auch kleinere Maßnahmen wie die Ertüchtigung von Schultoiletten sind eingeplant.
Soziale Infrastruktur und Kindertagesbetreuung im Fokus
Ein Schwerpunkt der Sozialausgaben liegt auf der Kindertagesbetreuung. Rund 5,5 Millionen Euro jährlich stehen für den Bau und die Förderung neuer Horte und Kindergärten bereit. Zudem werden Jugendhäuser saniert und Treffpunkte für Jugendliche geschaffen.
Sport, Parks und Stadtgrün: Lebensqualität fördern
Die Stadt investiert in die Sanierung von Sportstätten, wie die Erhard-Wunderlich-Sporthalle, und die Verbesserung von Bädern. Neue Parkanlagen wie der Mehrgenerationenpark in Lechhausen und die Grünfläche „Flößerpark“ erhalten ebenfalls Fördermittel. Für Baumkonzepte in der Innenstadt stehen über 1,4 Millionen Euro bereit.
Großprojekte in Kultur und Bau
Die Sanierung des Staatstheaters bleibt mit 94,2 Millionen Euro das teuerste Projekt. Auch stadtplanerische Maßnahmen, wie der Ausbau von Radwegen und die Neugestaltung des Helmut-Haller-Platzes, erhalten hohe Zuschüsse. Für Letzteres stehen 1,7 Millionen Euro aus Rücklagen bereit, weitere Fördermittel sind beantragt.
Politische Diskussionen um Prioritäten
Im Finanzausschuss betonen CSU und Grüne die Notwendigkeit nachhaltiger und gezielter Investitionen. Während die CSU auf Handlungsfähigkeit pocht, kritisieren die Grünen Kürzungen bei sozialen und klimabezogenen Projekten durch andere Fraktionen. Die Bürgerliche Mitte fordert unter anderem Investitionen in Vereinssport und den Helmut-Haller-Platz.
Haushaltsberatungen gehen weiter
Die Verhandlungen werden im Dezember fortgesetzt, sobald Details zu Schlüsselzuweisungen vorliegen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen strebt die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt an, um wichtige Projekte zu sichern und die Infrastruktur nachhaltig zu stärken.


