Joachim Rukwied, Präsident des deutschen Bauernverbandes, warnt vor überzogenen Erwartungen deutscher Politiker und Landwirte im Falle eines Abbaus der Russland-Sanktionen. „Russland zählte neben der Schweiz und den USA zu den drei größten Auslandsmärkten für deutsche Agrarprodukte außerhalb der EU. Der Umsatz betrug jährlich rund 1,6 Milliarden Euro. Dieser Markt ist weg“, sagte Rukwied dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben).

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In der Zwischenzeit hätten russische Geschäftspartner Ersatz gefunden. „Die Russen haben jetzt neue Vertragspartner oder sie haben – wie etwa bei der Milcherzeugung – die eigene Produktion ausgedehnt“, sagte Rukwied. „Selbst wenn die Sanktionen abgebaut würden: Ob wir jemals wieder zu den alten Marktanteilen zurückkehren, steht in den Sternen“, sagte der Agrarfunktionär.

Aber auch die deutschen Bauern hätten sich alternative Absatzmärkte erschlossen. „Wir haben uns andere Märkte suchen müssen – und sie auch gefunden“, sagte Rukwied. „Der Export von Agrarprodukten aus der EU nach China hat sich von 2012 bis 2018 mehr als verdoppelt – und die deutschen Bauern haben daran wesentlichen Anteil.“ Zuletzt hatten Politiker von Union und SPD wiederholt die nach der Krim-Annexion verhängten Russland-Sanktionen der EU infrage gestellt.