Politiker von Union und SPD fordern vom Bund eine stärkere Unterstützung der Kinobranche in Deutschland. Das “Zukunftsprogramm Kino” habe sich als wirksames Instrument zur Stärkung der Kinos bewährt, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Anja Weisgerber (CSU), der “Rheinischen Post” (Freitagausgabe).
Kino (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Es sei ein bemerkenswertes Signal und unterstreiche die prekäre Situation der Kinos, wenn die kofinanzierenden Länder über den Bundesrat nun vorangingen. Sie setze sich auf Bundesebene dafür ein, dass die Abwärtsspirale gestoppt und die wirtschaftliche Situation der Kinos mindestens wieder auf Vor-Corona-Niveau angehoben werde, so Weisgerber.
Kinos dürften im Wettbewerb mit Streamingdiensten in der Verwertungskette nicht runterfallen, mahnte Weisgerber. Kinos seien für sie nicht nur Filmabspielorte, sondern wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sagte die CSU-Politikerin.
Ähnlich äußerte sich Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Kinos seien Kulturorte, Begegnungsräume und gerade in Städten wie im ländlichen Raum ein wichtiger Teil kultureller Infrastruktur. Deshalb werde er sich weiterhin dafür stark machen, das Zukunftsprogramm Kino fortzuführen und verlässlich auszustatten, sagte Rabanus der “Rheinischen Post”. Man brauche eine strukturelle und verstetigte Förderung, die mit den Herausforderungen der Branche von der Digitalisierung über die Barrierefreiheit bis hin zu energetischer Modernisierung Schritt halte.
Das Zukunftsprogramm Kino unterstützte in den vergangenen Jahren kleine und mittlere Kinos bei notwendigen Investitionen in ihre Infrastruktur. Es wurde Ende 2024 eingestellt. Mehrere Bundesländer setzen sich für eine Wiederaufnahme und Verstetigung des Programms ein. Am Freitag wird ein entsprechender Antrag im Bundesrat behandelt.

