Unternehmenskritik an SPD-Plänen zur Erbschaftsteuer

Mehrere Wirtschaftsverbände haben mit Empörung und Unverständnis auf die SPD-Pläne zur Reform der Erbschaftsteuer reagiert.

SPD-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisierte, die angedachte Reform sei ein „falsches Signal zur falschen Zeit“: „Während in Sonntagsreden das hohe Lied des Mittelstands und der Familienunternehmen angestimmt wird, drohen im politischen Alltag überflüssige Belastungen“, sagte Berthold Welling, VCI-Geschäftsführer Recht und Steuern, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Das Kapital der Familienunternehmer stecke im Betrieb. Jede zusätzliche Abgabe schmälere Investitionen, gefährde Arbeitsplätze, so Welling. „Die Familienunternehmerinnen und -unternehmer brauchen jetzt Planungssicherheit, aber keine Debatte über Steuererhöhungen.“ Auch die Stiftung „Familienunternehmen und Politik“ griff die Sozialdemokraten scharf an: „Das Modell der SPD wird am Ende uns alle schädigen und wir alle werden uns auf einem geringeren Wohlstandslevel wiederfinden“, sagte Vorstand Rainer Kirchdörfer dem RND.

Laut einem ARD-Bericht will die SPD zwar einerseits den Freibetrag bei Erbschaften erhöhen. Das geht demnach allerdings einher mit der Abschaffung der Zehn-Jahres-Regel, nach der alle zehn Jahre in Höhe des bisherigen Freibetrags verschenkt oder vererbt werden konnte. Die SPD will ihre Reformpläne am Dienstag in Berlin der Öffentlichkeit vorstellen.

Stiftungs-Chef Kirchdörfer sprach von „drastischen Steuererhöhungen“, die mittlere und große Familienunternehmen betreffe. „Wenn das so kommt, würden mitten in der längsten Rezession Unternehmen noch weniger wettbewerbsfähig und private Investitionen müssten zurückgefahren werden“, sagte er dem RND. Die Möglichkeit der Steuerstundung helfe den Betrieben nicht weiter, „da sich deren Bonität und deren Finanzierungsmöglichkeiten wegen der anfallenden Steuern rapide verschlechterten“. Kirchdörfer warf der SPD vor, mit ihrem „Steuererhöhungskonzept aus der Mottenkiste“ die Strukturkrise weiter zu verschärfen und viele Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu schwächen. „Das geht zu Lasten von Betrieben und Arbeitnehmern.“

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

EILMELDUNG | Tödlicher Unfall auf der A8 auf Höhe der Rastanlage Augsburg Ost

Am Mittwochabend ist es auf der Bundesautobahn 8 (A8)...

Hauptbahnhof Augsburg nach Drohung evakuiert – Polizei gibt Entwarnung

Am Mittwoch gegen 13 Uhr ging bei der Polizei...

Unbekannte stehlen Geldautomat an Gersthofener Tankstelle: Polizei sucht Zeugen

In der Nacht zum Dienstag, den 3. März 2026,...

Nato fängt iranische Rakete auf dem Weg in die Türkei ab

Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete, die auf...

Hammerangriff an Schule in Friedberg: 15-Jähriger wegen versuchten Mordes angeklagt

Rassistische Gewalttat in Friedberg? Die Generalstaatsanwaltschaft München wirft einem...

Neueste Artikel