Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags optimistisch zur Rettung von zwei von drei Galeria-Filialen im Freistaat, die von der Schließung bedroht sind, geäußert.

Aiwanger: „Wir kämpfen um jeden Standort und die jeweils 80 bis 100 Mitarbeiter dort. In Würzburg und Augsburg gibt es auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Galeria-Filialen noch gerettet werden können. Hier laufen Gespräche zwischen Galeria und Vermietern, die von mir und meinen Mitarbeitern im Ministerium moderiert werden. Auch wenn es bislang keinen Durchbruch gibt. Wir haben noch etwas Zeit.“ Wenig Hoffnung hat der Staatsminister für den Galeria-Standort Regensburg.
Zum Standort Würzburg kündigte der Staatsminister ein weiteres Vermittlungsgespräch heute Nachmittag an. Auch in Augsburg wird es weitere Gespräche geben. Aiwanger: „In Augsburg stehen die Chancen nach meiner Einschätzung bei 51:49 für den Erhalt des Kaufhauses. Auch Würzburg hat gute Chancen.“
Nachteilig wirke sich leider aus, dass das Modell Großkaufhaus insgesamt infrage gestellt werde, was sich auf die Investitionsbereitschaft auswirke. Hier brauche es neue Konzepte und Ideen. Auch müsse die Innenstadtattraktivität durch gute Erreichbarkeit verbessert werden. Aiwanger plädierte zudem für jährlich bis zu sechs lange Einkaufsnächte, um die Innenorte und Innenstädte für den Handel und die Gastronomie wieder besser zu beleben.
Augsburger Abgeordnete erwartet Taten
Die Augsburger Abgeordneten Stephanie Schuhknecht erwartet nun den Einsatz des Wirtschaftsministers: „Herr Aiwanger hat in der Öffentlichkeit und bei den Beschäftigten hohe Erwartungen durch seine Verhandlungsbemühungen geweckt. Jetzt muss er auch liefern und darauf hinwirken, dass wenigstens für die Standorte Augsburg und Würzburg noch eine Einigung mit den Vermietern zu Stande kommt. Aus meiner Sicht hat der Standort Augsburg absolut Potenzial, denn die Frequenz an diesem Standort stimmt und die Umsätze haben sich in den letzten Monaten sehr positiv entwickelt. Nach meinen Gesprächen mit dem Betriebsrat bin ich überzeugt, dass die Belegschaft einen Plan hat, wie der Standort Augsburg fit für neue Einkaufsformen gemacht werden kann. Ich appelliere daher an die Vermieter in Augsburg, sich mit dem Insolvenzverwalter auf eine leistbare Miete zu einigen und auch über nötige Investitionen eine Übereinkunft zu erzielen. Ein jahrelanger Leerstand dient niemandem!“
„Ich freue mich sehr, dass am Augsburger Kaufhof-Galeria-Standort die Chance auf einen Weiterbetrieb besteht – vor allem für die Beschäftigten, aber auch für die Augsburger Innenstadt. Dennoch sind Leerstand und Insolvenz im innerstädtischen Raum kein reines Kaufhaus-Problem. Hier brauchen wir in Augsburg dringend ein cleveres und umfassendes City-Management, das Anreize schafft und den Handel unterstützt. Wir dürfen nicht länger auf Sicht fahren und die Probleme beheben, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Als moderne Kommune müssen wir langfristige Zukunftsaussichten schaffen. Das erwarte ich von der Stadtregierung. Als Freistaat können wir Kommunen mit Know-how und Best Practices unterstützen.“ so Anne Rasehorn, SPD-Landtagsabgeordnete aus Augsburg.




