Bei einer Kontrolle auf der A8 bei Jettingen-Scheppach haben Beamte einen 41-jährigen Kleintransporterfahrer mit mehr als 17 Stunden Lenkzeit und zwei Fahrerkarten gestoppt. Eine der Karten war nicht auf den Mann ausgestellt.
Kontrolle auf der Fahrt Richtung Stuttgart
Die Verkehrspolizeiinspektion Günzburg kontrollierte den Fahrer am 2. Oktober 2026 gegen 8.40 Uhr auf der Autobahn 8. Die Kontrolle fand in Fahrtrichtung Stuttgart im Bereich Jettingen-Scheppach statt. Der 41-Jährige war mit einem Kleintransporter und einem Anhänger unterwegs. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen kroatischen Fahrer.
Schon während der Kontrolle wirkte der Mann auf die Beamten übermüdet. Anschließend werteten die Einsatzkräfte das digitale Kontrollgerät des Fahrzeugs aus. Dabei überprüften sie die aufgezeichneten Fahrzeiten und stellten fest, dass der Fahrer innerhalb eines Tages mehr als 17 Stunden am Steuer gesessen hatte.
Digitale Aufzeichnungen zeigen lange Lenkzeit
Die Auswertung des Kontrollgeräts ergab nach Polizeiangaben Hinweise auf erhebliche Verstöße gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die tägliche Lenkzeit von mehr als 17 Stunden. Die Angaben stammen aus den im Fahrzeug gespeicherten Kontrolldaten und waren Bestandteil der anschließenden Überprüfung durch die Verkehrspolizei.
Die Beamten stellten außerdem fest, dass bei den Fahrten zwei unterschiedliche Fahrerkarten verwendet worden waren. Eine Fahrerkarte war auf den 41-Jährigen ausgestellt. Die zweite Karte gehörte dagegen nicht zu ihm. Die Polizei fand die fremde Fahrerkarte und stellte sie sicher.
Fahrerkarten werden bei der Kontrolle digitaler Aufzeichnungen herangezogen, um die Fahr- und Ruhezeiten eines Fahrers zuzuordnen. Im konkreten Fall führte die Verwendung von zwei Karten dazu, dass die Beamten die gespeicherten Daten und die Nutzung der Karten genauer prüften. Die Kontrolle beschränkte sich damit nicht auf die festgestellte Dauer der Lenkzeit.
Weiterfahrt mit Kleintransporter und Anhänger gestoppt
Nach der Kontrolle durfte der 41-Jährige seine Fahrt nicht fortsetzen. Die Einsatzkräfte unterbanden die Weiterfahrt des Kleintransporters mit Anhänger. Damit reagierte die Polizei sowohl auf die festgestellte lange Lenkzeit als auch auf die Nutzung der fremden Fahrerkarte und den während der Kontrolle wahrgenommenen übermüdeten Eindruck des Fahrers.
In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft behielten die Beamten eine Sicherheitsleistung im niedrigen vierstelligen Bereich ein. Die Sicherheitsleistung wurde im Zusammenhang mit dem weiteren Verfahren erhoben. Angaben zu einer späteren Fortsetzung der Fahrt liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Ermittlungen wegen möglicher Datenfälschung
Die Verkehrspolizeiinspektion Günzburg ermittelt nun gegen den 41-jährigen Mann. Im Raum steht unter anderem der Verdacht der Fälschung beweiserheblicher Daten. Dieser Vorwurf bezieht sich auf die überprüften digitalen Aufzeichnungen und die Verwendung der nicht auf den Fahrer ausgestellten Karte.
Zusätzlich geht es um verschiedene Verkehrsordnungswidrigkeiten. Sie stehen im Zusammenhang mit der dokumentierten Lenkzeit und den festgestellten Verstößen gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten. Auch die Nutzung der fremden Fahrerkarte ist Bestandteil der Ermittlungen.
Die Kontrolle auf der A8 wurde damit nach der Auswertung des digitalen Kontrollgeräts und der Sicherstellung der fremden Fahrerkarte nicht als gewöhnliche Verkehrskontrolle abgeschlossen. Die erhobenen Daten, die beiden verwendeten Fahrerkarten und die festgestellte Lenkzeit fließen in das weitere Verfahren ein. Eine abschließende Entscheidung über die erhobenen Vorwürfe ist mit dem Beginn der Ermittlungen noch nicht verbunden.
Die Verkehrspolizeiinspektion Günzburg bearbeitet den Fall weiter. Fest stehen nach den bisherigen Angaben die Kontrolle am 2. Oktober 2026, der Kontrollort im Bereich Jettingen-Scheppach, die mehr als 17 Stunden Lenkzeit innerhalb eines Tages, die Verwendung zweier Fahrerkarten sowie die unterbundene Weiterfahrt.

