Ein medizinischer Notfall in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Erste-Hilfe-Kenntnisse und entschlossenes Handeln sein können. Nachdem ein älterer Mann plötzlich auf offener Straße zusammengebrochen war, reagierten drei Jugendliche und zwei Frauen sofort und leiteten lebensrettende Maßnahmen ein.
Die drei 16-jährigen Jugendlichen aus dem Allgäu verbrachten ihre Ferien bei einem Ausflug nach München, als sie an der Ecke Goethestraße/Bayerstraße Zeugen eines dramatischen Vorfalls wurden. Ein älterer Mann sackte unvermittelt zusammen und blieb regungslos liegen.
Ohne zu zögern setzten die Jugendlichen ihr erst kurz zuvor erworbenes Wissen aus einem Erste-Hilfe-Kurs ein. Einer von ihnen überprüfte die Vitalfunktionen des Mannes, während ein weiterer den Notruf verständigte. Als festgestellt wurde, dass der Betroffene nicht mehr atmete, begannen die Ersthelfer umgehend mit der Herzdruckmassage.
Teamarbeit bei der Wiederbelebung
Zwei Frauen unterstützten die Jugendlichen bei den Wiederbelebungsmaßnahmen. Gleichzeitig beschaffte der dritte Jugendliche einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) aus einem nahegelegenen Hotel.
Durch das koordinierte Vorgehen konnten bis zum Eintreffen von Feuerwehr und Rettungsdienst sämtliche wesentlichen Schritte einer Reanimation durchgeführt werden: Herzdruckmassage, Beatmung und der Einsatz des Defibrillators. Besonders entscheidend war dabei die schnelle Reaktion unmittelbar nach dem Zusammenbruch, wodurch wertvolle Zeit gewonnen wurde.
Jede Minute zählt
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist das sogenannte therapiefreie Intervall von entscheidender Bedeutung. Die Einsatzkräfte weisen darauf hin, dass die Überlebenschancen mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen deutlich sinken.
Als Faustregel gilt: „Jede Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenschance um rund zehn Prozent.“ Wird das Gehirn über mehrere Minuten nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, drohen schwere und irreversible Schäden.
Patient auf dem Weg der Besserung
Obwohl der Zustand nach einer erfolgreichen Wiederbelebung grundsätzlich weiterhin kritisch bleibt, entwickelte sich der Gesundheitszustand des Mannes positiv. Er konnte mit stabilem Kreislauf und eigener Atmung in den Schockraum einer Münchner Klinik transportiert werden.
Nach Angaben der Branddirektion befand sich der Patient rund 48 Stunden nach dem Vorfall bereits auf dem Weg der Genesung. Die zugrunde liegende internistische Erkrankung konnte im Krankenhaus behandelt werden.
Feuerwehr lobt vorbildliches Verhalten
Nach Einschätzung der Feuerwehr wäre die positive Entwicklung ohne das schnelle und engagierte Eingreifen der drei Jugendlichen sowie der beiden Ersthelferinnen kaum möglich gewesen. Sollten sich die Fortschritte des Patienten fortsetzen, dürfen sich die fünf Beteiligten mit Recht als Lebensretter bezeichnen. Für Lucas, Levin und Alexander ist diese besondere Auszeichnung bereits im Alter von nur 16 Jahren bemerkenswert.
Die Feuerwehr München nimmt den Vorfall zum Anlass, die Bedeutung von Erste-Hilfe-Kenntnissen hervorzuheben. Regelmäßige Schulungen, Zivilcourage und die Bereitschaft zu helfen können im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen und Menschenleben retten.

