Augsburgs Bischof Dr. Bertram Meier hat am heutigen Samstag vier Pastoralreferentinnen, vier Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sowie fünf Pfarrreferentinnen für den pastoralen Dienst im Bistum Augsburg beauftragt. Bei der feierlichen Aussendungsfeier im Augsburger Dom ermunterte er die Frauen und Männer, mit dem Herzen auf Gottes Wort zu hören und hierfür regelmäßig die Stille zu suchen. In der Christusnachfolge rief er sie zur Ausdauer auf.

In seiner Predigt ging Bischof Bertram auf das gewählte Leitwort des Gottdienstes „Ja! Gerufen-Gewachsen-Gesandt“ näher ein. „Sie haben dem Motto unserer Feier ein entschiedenes ‚Ja!‘ vorangestellt“, sagte er und wertete dieses als ein klares Statement, Gott die Hand reichen und Jesus und seinem Ruf in Wort sowie Tat folgen zu wollen. Was diese Zusage für das pastorale Wirken der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet, führte er in einem Dreischritt bezugnehmend auf das Motto und die Schriftlesungen aus.
Gott wolle, dass seine Botschaft auf unserer Erde Wurzeln schlägt, doch wie das Schriftwort zeige, falle es nur bei einem geringen Teil auf guten Boden. Dies seien Menschen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen gehört und daran festgehalten hätten, so Bischof Bertram in Verweis auf das Evangelium. „Das ‚Hören mit dem Herzen‘ ist demnach ein ganz entscheidendes Charakteristikum christlichen Glaubens. Der hl. Ulrich, dessen Doppeljubiläum wir in diesem Jahr feiern, hat das erkannt und sah genau darin seine Berufung.“ Um mit gutem und aufrichtigem Herzen hören zu können, sei die Stille ein wichtiger Aspekt. „Lernen wir wieder still zu werden!“, wandte sich der Bischof an die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Reservieren Sie sich jeden Tag eine gewisse Zeit für die Stille und das Hören auf das Wort Gottes. Ob in einer Kapelle, in der Wohnung oder draußen in der Natur: Lesen Sie in der Heiligen Schrift und denken Sie darüber nach, was Gott Ihnen persönlich sagen will“, gab er Ihnen als Richtschnur für ihr pastorales Wirken mit auf den Weg.
Gleichzeitig verschwieg Bischof Bertram auch die Stolpersteine auf dem Weg der Christusnachfolge nicht: „Wenn die Sorgen des Lebens den Glauben auf die Probe stellen, wenn die Anfangsbegeisterung zu evangelisieren auf Gegenwind trifft, wenn man das Gefühl hat, bei der Verkündigung nicht die richtigen Worte zu finden – dann wird sich zeigen, ob wir wirklich auf Gottes Zusage vertrauen und mit Geduld Frucht hervorbringen.“ Wer Christus nachfolgen wolle, brauche Ausdauer, betonte der Bischof dahingehend und ermunterte die Kandidatinnen und Kandidaten auch bei Rückschlägen an verschiedenen Einsatzorten, ihr „JA“ zu Gott immer neu zu wiederholen.
Worauf es ankomme, um eine Gemeinde als Gesandte und Gesandter gut zu begleiten, sei im Brief des Apostels Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus gut abzulesen, griff Bischof Bertram die gehörte Schriftlesung auf. „Wie Sie an verschiedene Einsatzorte und kategoriale Stellen ausgesandt sind, so wird Timotheus von Paulus nach Ephesus geschickt, um dort für die Glaubensgeschwister da zu sein.“ Der Völkerapostel habe ihm einen klaren Auftrag mitgegeben: „Die Gläubigen sollen sich am Leben des Timotheus ein Beispiel nehmen“. Um glaubwürdig zu sein gelte es „Gerechtigkeit“, „Frömmigkeit“, „Glauben“, „Liebe“, „Standhaftigkeit“ und „Sanftmut“ im Leben zu verorten. „Glaubhaft das zu leben, was wir vom Evangelium verstanden haben“, gab Bischof Bertram den Frauen und Männern deshalb als Auftrag mit auf den Weg.
Der Gottesdienst wurde von einem Projektchor unter der Leitung von Dr. Peter Frasch, Theologischer Referent des Bischofs, feierlich musikalisch begleitet.

