Ausstellung im Schaezlerpalais zeigt Ergebnis der vertrauensvollen Beziehung des Affen Coco und der Künstlerin Güthoff

In der neuen Ausstellung „Zeitlang. Coco – Güthoff“ der Kunstsammlungen und Museen Augsburg stellt die Augsburger Künstlerin Anja Güthoff die Ergebnisse ihres kreativen Zusammenwirkens mit dem Affen Coco sowie ausgewählte Atelierarbeiten der letzten Jahre aus.

Foto: Werner Mücksch

Zu sehen ist die Ausstellung vom 15. März bis zum 16. Juni 2024 im Café und Liebertzimmer des Schaezlerpalais. Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 14. März um 18 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Künstlerin ist anwesend.

Ergebnisse einer vertrauensvollen Begegnung & Atelierarbeiten

Der Blick auf die dynamischen Kreidezeichnungen des Schimpansen Coco, die gestischen Coco-Portraits der Augsburger Künstlerin Anja Güthoff und ihr gemeinsames selbstvergessenes Kritzelspiel auf Glas, berührt nicht nur ästhetisch. Die Ausstellung „Zeitlang“ präsentiert festgehaltene Augenblicke dieser vertrauensvollen Begegnung, die im Augsburger Zoo entstanden ist. Es sind erstaunliche Ergebnisse eines unaufgeregten, aber hoch konzentrierten Zusammenwirkens, das über einen gut 20-jährigen Zeitraum behutsam gewachsen ist. In ihrer Ausstellung im Café des Schaezlerpalais pflegt Güthoff
den traditionsreichen Brückenschlag zwischen Naturkunde und Kunst und platziert darüber hinaus ausgewählte Atelierarbeiten der letzten Jahre.

Erste Kontaktaufnahme durch Coco

Der erste Kontakt ging von Coco aus. Er klopfte an seine Gehege-Scheibe und forderte die dort Elefanten zeichnende Künstlerin auf, für ihn Spuren auf Papier zu erzeugen. Seitdem besucht Güthoff Coco und Coco beobachtet Güthoff bei ihrem grafischen Tun. Coco hat seinerseits längst unter Beweis gestellt, dass auch er – hoch konzentriert und mit großem Feingefühl – mit Zeichenwerkzeug umgehen kann.

Serienhafte bildnerische Fragestellungen als Zentrum

Bei ihren Besuchen ging es Güthoff weniger um den Versuch einer Analyse des kreativen Potentials von Schimpansen, wie es etwa Verhaltensforscher betreiben würden. Ihr Werk ist vielmehr charakterisiert durch immer wiederkehrende, serienhafte bildnerische Fragestellungen: Welche Zeichenspuren interessieren Coco? Was zeichnen in diesem Zusammenhang Kritzeleien aus? Warum bemerkt Coco Unaufrichtigkeiten beim Zeichnen?
Diese Fragen verleihen dem Prozess eine konzeptuelle Bedeutung.

Güthoff: „Die Tiere beeinflussen durch ihre Ernsthaftigkeit mein Zeichnen vor Ort. Dieser Prozess fließt unweigerlich in meine künstlerische Arbeit mit ein.“

Freiwilliges Spiel festgehalten in kurzen Filmsequenzen

Die aus Güthoffs Sicht erstaunlichste Entwicklung konnte sie in kurzen Filmsequenzen festhalten, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind: Die beiden Schimpansen Coco und der ebenfalls im Gehege lebende Akemo reagieren inzwischen auf ihre Zeichnungen nicht nur mit auffordernden Gesten, sie geben Güthoff auch einzelne Richtungsschwünge vor. Die Seiten wechseln: Güthoff lässt sich leiten, folgt den Schwüngen, ahmt nach. Das
selbstvergessene freiwillige Spiel, die Beziehung zwischen Gebärde und Spur wird aufregende Momente lang zu einer Art gemeinsamen grafischen „Geplappers“

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