Der Bayerische Ministerrat hat am Dienstag, 8. Juli, den Startschuss für ein umfassendes Investitionspaket im Krankenhausbau gegeben. Insgesamt neun neue Projekte wurden für eine Förderung in Höhe von rund 466 Millionen Euro in das Jahreskrankenhausbauprogramm aufgenommen. Die Finanzierung dient der Modernisierung und Erweiterung von Kliniken in ganz Bayern.
Füracker: „Einen Investitionsstau gibt es in Bayern nicht“
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte die Bedeutung der Maßnahme für die Gesundheitsversorgung im Freistaat:„Mit unserem aktuellen Doppelhaushalt knüpfen wir an die Vorjahre an und legen einen besonderen Schwerpunkt auf die Krankenhausfinanzierung! Bereits im Vorjahr haben wir den gemeinsam mit den Kommunen finanzierten Krankenhausförderetat um rund 157 Millionen Euro auf 800 Millionen Euro aufgestockt. In diesem Jahr führen wird dieses hohe Niveau und damit die bedarfsgerechte Förderung von Krankenhausinvestitionen fort. Einen Investitionsstau gibt es in Bayern nicht!“
Die Fördermittel fließen in Maßnahmen zur Modernisierung von Pflege-, Untersuchungs- und Behandlungsbereichen sowie zur Verbesserung der Betriebsstrukturen.
Gerlach: „Kliniken fit für die Zukunft machen“
Auch Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach unterstrich die Zielsetzung:
„Damit unsere Krankenhäuser auch in Zukunft eine moderne und qualitativ hochwertige Versorgung für die Patientinnen und Patienten bieten können, müssen Gebäude und Ausstattung der Kliniken kontinuierlich modernisiert und ausgebaut werden. Mit der heutigen Kabinettsentscheidung machen wir die Kliniken in zahlreichen Regionen fit für die Zukunft. Unsere Investitionen sind dafür ein wichtiger Baustein.“
Große Projekte in allen Regionen – mit Fokus auf den ländlichen Raum
Besonders hervorzuheben sind folgende Bauvorhaben:
- Klinikum Landsberg am Lech: 58,3 Mio. Euro für einen Funktionsneubau
- Klinikum St. Marien Amberg: 91,7 Mio. Euro für Ausbau von Kinderklinik und Intensivmedizin
- Bezirksklinik Rehau: 65,59 Mio. Euro für Neubauten und Sanierungen
- Klinikum am Europakanal Erlangen: 61,82 Mio. Euro für psychiatrische Pflegebereiche
- Klinikum Nürnberg Süd: 46,4 Mio. Euro für Maßnahmen rund um Kinderklinik und Physiotherapie
- Klinik Mindelheim: 54,63 Mio. Euro für einen neuen Pflegebau
- Klinikum Freising: 39,23 Mio. Euro für einen Ersatzneubau samt Integration einer psychiatrischen Tagesklinik
- Kreisklinik Wörth a. d. Donau: 36,06 Mio. Euro für Erweiterung der Notaufnahme
Klinik Fränkische Schweiz Ebermannstadt: 12,11 Mio. Euro für Ausbau der Psychosomatik
Die Auswahl der Projekte berücksichtigt laut Staatsregierung ausschließlich Standorte mit langfristiger Relevanz für die akutstationäre Versorgung. Die bayerische Krankenhauslandschaft steht dabei weiterhin unter dem Einfluss der bundesweiten Reformpläne.
5,5 Milliarden Euro für laufende und neue Klinikbauten – 62 Prozent im ländlichen Raum
Die neuen Projekte sind Teil eines größeren Investitionsrahmens: Insgesamt sind aktuell 5,5 Milliarden Euro an Fördermitteln für Klinikbauten in Bayern vorgesehen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem ländlichen Raum. Rund 62 Prozent dieser Summe – über 3,4 Milliarden Euro – fließen in Krankenhäuser außerhalb der Ballungsräume.
Gerlach: „Bayern investiert – zum Wohl der Patientinnen und Patienten“
Ministerin Gerlach stellte Bayerns Engagement im Bundesvergleich heraus:
„Wir leisten in der Krankenhausförderung deutlich mehr als andere Bundesländer. Allein in den letzten zehn Jahren haben wir etwa sechs Milliarden Euro für Investitionen an unseren Kliniken ausbezahlt – und das ist nur ein Teil unserer finanziellen Anstrengungen.“
Zusätzlich wurde ein spezielles Förderprogramm mit einem Volumen von 100 Millionen Euro bis 2028 für kleinere Kliniken im ländlichen Raum ins Leben gerufen. Dieses unterstützt unter anderem bauliche Anpassungen, Strukturgutachten und Kommunikationsmaßnahmen.
Planungssicherheit für Kliniken in Bayern
Finanzminister Füracker fasst zusammen: „Mit dem heutigen Beschluss werden neun neue Krankenhausprojekte finanziell abgesichert und erhalten Planungssicherheit. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig dem Freistaat Bayern der Erhalt einer qualitativ hochwertigen stationären Versorgung in allen bayerischen Regionen ist. Der Freistaat Bayern bleibt auch in Zukunft bei der Krankenhausfinanzierung verlässlicher Partner der bayerischen Krankenhäuser.“




