Der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier ist zum Vorsitzenden der neuen Kommission „Ökumene und interreligiöser Dialog“ der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Im Dialog der Kirchen und Religionen sieht er große Chancen für gegenseitiges Verständnis und die Entfaltung des Friedenspotenzials.
„Die Gesellschaft darf von den Religionen erwarten, dass sie ihr Friedenspotenzial entfalten und gegenseitiges Verständnis fördern“, sagte Meier in einem Exklusivinterview mit der Katholischen SonntagsZeitung. In einer Gesellschaft, in der Polarisierungen spürbar zunähmen, sollten die christlichen Kirchen glaubwürdig Zeugnis vom Wert des Dialogs und des gegenseitigen Respekts ablegen.
Meier setzt auf ökumenische Geschwisterlichkeit
Mit Blick auf das bevorstehende 500-jährige Jubiläum der „Confessio Augustana“ betonte der Bischof, niemand könne ein Interesse daran haben, dass sich die Diskussion in der Erörterung doktrinärer Spitzfindigkeiten erschöpfe. Er wünsche sich ein für die Gegenwart relevantes Jubiläum, das auf eine gemeinsame Zukunft in ökumenischer Geschwisterlichkeit verweise und Freude am Glauben wecke.
Augsburg habe mit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Jahr 1999 bereits eine besondere Geschichte einer wirklichen Annäherung. „An diesen Geist gilt es anzuknüpfen“, sagte Meier.
Gemeinsames Handeln in vielen Bereichen möglich
Bereits heute sei gemeinsames Handeln in vielen Bereichen möglich – etwa im Gebetsleben, in der Verkündigung, in Bildung und Seelsorge sowie im karitativen Einsatz. „Was Christen gemeinsam tun dürfen, sollten sie auch gemeinsam tun – auf allen möglichen Ebenen“, erklärte der Bischof.
Das vollständige Interview mit Bischof Dr. Bertram Meier ist in der aktuellen Ausgabe Nummer 41 der Katholischen SonntagsZeitung und der Neuen Bildpost sowie online veröffentlicht.

