Ein früherer Weggefährte meldet sich sehr wertschätzend über Miroslav Klose zu Wort. “Miro trägt die DNA eines guten Trainers in sich”, schreibt Philipp Lahm in seiner neuen Kolumne für die “Zeit”. Klose arbeitet im dritten Jahr beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg, mit dem er zurzeit auf Rang zwei liegt. Klose und Lahm haben mehr als 80 Länderspiele gemeinsam bestritten, 2014 wurden sie Weltmeister, das Finale in Rio war zugleich ihr letztes Spiel für Deutschland.
“Miro macht, was ihn von vielen unterscheidet, die Dinge nicht komplizierter, als sie sind”, schreibt Lahm. Klose erkenne, wer für die Ansprüche des Vereins geeignet sei und wer nicht. Zudem setze er auf einen festen Kern an Spielern, auch aus dem eigenen Nachwuchs. Damit entspreche Klose denselben Mustern, wie sie beim aktuellen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain oder auch beim FC Arsenal angewendet würden.
Gleichzeitig warnt Lahm vor einem Sonderweg in Deutschland. Viele Trainer ohne eigene Profikarriere wichen von im Fußball üblichen Erfolgsmodellen ab, weil sie “oft System und Formation ändern”. Als prominentes Beispiel nennt er Julian Nagelsmann, der die Entwicklung der Nationalelf durch “viele fundamentale Veränderungen verhinderte”. Ein Problem sieht Lahm auch darin, dass viele Bundesligisten den eigenen Nachwuchs vernachlässigten, “obwohl sie paradoxerweise teure Akademien unterhalten”. Eine der wenigen Ausnahmen in Deutschland sei Miroslav Klose.

