Rund 4.500 Menschen haben am Samstag in Augsburg unter dem Motto „Brandmauer brennt. Wir bleiben standhaft!“ gegen Rechtsextremismus demonstriert. Die Protestaktion wurde von verschiedenen Organisationen aus dem linken politischen Spektrum organisiert und richtete sich insbesondere gegen die Unionsparteien und die FDP.
Kritik an Bundestagsabstimmung und Augsburger Politikern
Der Protestmarsch führte durch die Innenstadt und am Sitz der Augsburger CSU in der Heilig-Kreuz-Straße vorbei. Die Rednerinnen und Redner kritisierten die CDU, CSU und FDP scharf für ihre Rolle bei der jüngsten Migrations-Abstimmung im Bundestag, bei der erstmals eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zustande gekommen war. Besonders im Fokus standen dabei die Augsburger Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich (CSU) und Maximilian Funke-Kaiser (FDP), die für den Antrag gestimmt hatten.
Funke-Kaiser weist Vorwürfe zurück
Der FDP-Politiker Maximilian Funke-Kaiser wies die Anschuldigungen in einem Pressestatement am Samstag zurück. Er sprach von „Fake News“ und einer gezielten „Diffamierung“ seitens der SPD und Grünen. Laut ihm werde bewusst versucht, die FDP in die Nähe der AfD zu rücken.
Friedlicher Protest mit großer Beteiligung
Die Demonstration war erst wenige Tage zuvor angekündigt worden und wurde von rund 20 Gruppierungen getragen, darunter Fridays for Future Augsburg, die Jugendorganisationen von SPD, Grünen und Die Linke, das Klimacamp und das linke Zentrum „Ganze Bäckerei“.
Laut Polizei begann die Kundgebung auf dem Rathausplatz mit rund 1.000 Teilnehmenden, doch während des Protestzugs schlossen sich weitere 3.500 Menschen an. Der Protest verlief friedlich. Unter den Teilnehmenden waren auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr sowie der Grünen-Fraktionschef Peter Rauscher.
Großer Protest auch in Memmingen
In zahlreichen weiteren Städten hatten sich Demonstrationszüge gegen einen vermeintlichen Rechtsruck formiert. In Memmingen hatten sich beispielsweise hunderte Teilnehmer am Hallhof versammelt und waren von dort durch die Innenstadt gezogen. In Kempten waren es wohl 1500 Teilnehmer, die sich dem Demonstrationszug angeschlossen hatten.


