Bundeskriminialamt kann Schadsoftware-Netzwerk Qakbot zerschlagen

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft
Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT)
– haben am 26.08.2023 in einer international konzertierten Aktion unter Leitung
der US-amerikanischen Behörden die in Deutschland befindliche
Serverinfrastruktur der Schadsoftware Qakbot, auch als Qbot oder Pinkslipbot
bekannt, übernommen und zerschlagen.

Den Maßnahmen gingen aufwändige Ermittlungen der US-amerikanischen Behörden
voraus, die das BKA seit Sommer 2022 unter Sachleitung der ZIT in Deutschland
maßgeblich unterstützt hat. Das zugrunde liegende Ermittlungsverfahren richtet
sich gegen die bislang unbekannten Betreiber und Administratoren der
Schadsoftware. Gegen diese besteht unter anderem der Verdacht der banden- und
gewerbsmäßigen Erpressung. Beteiligt an den Ermittlungen und an der Zerschlagung
des Netzwerkes waren zudem Strafverfolgungsbehörden aus Frankreich, den
Niederlanden und Großbritannien sowie Europol und Eurojust.

Qakbot gilt als eine der gefährlichsten Schadsoftwares in Deutschland und
weltweit. Für die Verbreitung und Steuerung nutzte die Täterschaft eine
sogenannte Command-and-Control-Infrastruktur, mit der sie ein Botnetz
kontrollierten, das allein im letzten Jahr über 700.000 Systeme umfasste. Nach
der initialen Infektion durch schadhafte E-Mail-Anhänge oder Hyperlinks breitet
sich die Schadsoftware auf dem Opfersystem aus und leitet Daten an die Täter
weiter. Der infizierte Computer wird somit Teil des Botnetzes, einem Netzwerk
von kompromittierten Computern. Anschließend lädt Qakbot weitere Schadsoftware
nach, um die Daten des Computersystems zu verschlüsseln. Dies erfolgt mit dem
Ziel, das Opfer zu erpressen.

Große Ransomware-Gruppierungen haben Qakbot in der Vergangenheit als Türöffner
für ihre Angriffe genutzt, durch die weltweit ein Schaden für Unternehmen, das
Gesundheitswesen und Regierungsbehörden in Höhe von mehreren hundert Millionen
Euro entstanden ist.

Die technische Infrastruktur der Schadsoftware wurde durch die internationalen
Maßnahmen übernommen und den Tätern der Zugriff auf die Systeme dauerhaft
entzogen. Zudem konnten weltweit mehrere tausend Bots bereinigt werden. Durch
BKA und ZIT wurden alle in Deutschland befindlichen Systeme der
Qakbot-Infrastruktur beschlagnahmt. Damit ist den internationalen
Strafverfolgungsbehörden ein bedeutender Schlag gegen die Cybercrime-Szene
gelungen.

Dazu sagt Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime im
Bundeskriminalamt: „Die Zerschlagung der Qakbot-Infrastruktur ist ein erneuter,
entscheidender Erfolg gegen Cyberkriminalität. Qakbot fuhr vielfache
Angriffsserien und diente als sogenannter Dropper häufig als Türöffner für
weitere Schadsoftware, darunter insbesondere Ransomware mit enormem
Schadenpotenzial.“

Oberstaatsanwalt Dr. Benjamin Krause, Pressesprecher der Zentralstelle zur
Bekämpfung der Internetkriminalität -ZIT- der Generalstaatsanwaltschaft
Frankfurt am Main, ergänzt: „Der Ermittlungserfolg ist ein weiterer Beleg dafür,
dass die internationale Kooperation der Strafverfolgungsbehörden bei der
Bekämpfung von Cybercrime funktioniert.“

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main -ZIT- und das Bundeskriminalamt
bedanken sich bei allen beteiligten Sicherheitsbehörden für die hervorragende
Zusammenarbeit.

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