Der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, hat Unionsfraktionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) davor gewarnt, wie die AfD vom Untergang Deutschlands zu reden. Spahns Äußerung in der Sendung “Caren Miosga”, wonach die schwarz-rote Koalition momentan weitestgehend den Niedergang verwalte, sei “fatal”, sagte Radtke dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (Mittwochausgaben).
Die Menschen wollten Lösungen, Führung und Orientierung. “Die AfD als Untergangs-Apologet profitiert von Endzeitstimmung. Diese Narrative dürfen wir nicht übernehmen, sondern müssen ihnen eine christdemokratische Zukunftserzählung entgegensetzen”, sagte er. Spahns Satz vom Niedergang passe auch nicht zu einem Macher wie ihm.
Die Gründe für die schlechten Umfragewerte für die Union seien komplex. “Es gab bei vielen den Irrglauben, wir müssten nur Migration und Bürgergeld in den Griff bekommen, und schon drängen wir die AfD zurück”, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft. Migration sei allerdings mehr zu einer Projektionsfläche geworden für alles, was in Deutschland nicht mehr funktioniere. Ferner habe die Union Versprechen aus dem Wahlkampf nicht eingehalten.
Zu Äußerungen von CSU-Chef Markus Söder, der Kündigungsschutz in Deutschland müsse reformieret werden, sagte Radtke, Söder führe eine Phantomdebatte. Er habe in Gesprächen mit Unternehmern nicht den Eindruck gewonnen, dass der Kündigungsschutz für sie ein Riesenthema sei, so der CDA-Chef. Energiekosten, sichere Lieferketten, Fachkräftemangel und Bürokratie stünden da eher ganz oben. “Früher galt als Orientierungspunkt in der Union: von guten Mächten wunderbar geborgen. Heute habe ich manchmal bei einigen Vorschlägen und Debatten eher das Gefühl, dass man stattdessen von allen guten Geistern verlassen ist”, sagte Radtke.




