Nach den Demonstrationen gegen digitale Gewalt gegen Frauen in mehreren deutschen Städten hofft Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes auf echte Veränderungen in der Gesellschaft. “Ich hoffe, dass das für viele nicht nur ein kurzes Event war. Da passiert etwas in der Öffentlichkeit, also rennt man jetzt auch auf die Straße”, sagte die 44-Jährige den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie hoffe, dass das Thema ernst genommen werde, “bis sich wirklich etwas verändert hat”.
Collien Ulmen-Fernandes (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Die Reaktionen vieler Männer auf ihren eigenen Fall habe die Schauspielerin erschreckt, so Fernandes weiter. “Männer haben derzeit wahnsinnige Angst davor, falsch beschuldigt zu werden”, sagte die Schauspielerin. Auch deshalb betonten viele Männer reflexartig, “dass es eben nicht alle Männer sind, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was Frauen so erleben”, sagte Fernandes. Viele Männer beschimpften feministische Frauen als “Männerhasserinnen”, weil sie die vermeintlichen Taten nicht wahrhaben wollten. “Dabei wollen wir einfach nur Gerechtigkeit”, so Fernandes.
Von häuslicher oder digitaler Gewalt betroffenen Frauen rät die 44-Jährige, sich in Selbsthilfegruppen oder mit anderen Betroffenen auszutauschen. “Redet! Auch wenn man euch nicht glaubt!”, so Fernandes. Es helfe als ersten Schritt, die Wahrheit auszusprechen. “Ihr werdet sehen, dass ihr kein Einzelfall seid. Und ihr werdet sehen, dass sich die Muster erstaunlicherweise oft sehr ähneln.”

