Die Lichter sind aus – Die Burger King-Filialen sind (zum größten Teil) dicht

In der vergangenen Woche kam es zu einem großen Knall aus München, mit dem so wohl kaum einer gerechnet hatte. Burger King Europe entzog ihrem größten Lizenznehmer, der Yi-Ko Holding, alle Namens- und Markenrechte. Zahlreiche von einem Fernsehteam aufgedeckte Verstoße gegen arbeitsrechtliche und hygienische Standards führten zu diesem Schritt. Die 89 Restaurants der Holding mussten daraufhin schließen. Davon auch betroffen sind die meisten Augsburger Filialen.

burger-king Die Lichter sind aus - Die Burger King-Filialen sind (zum größten Teil) dicht News Wirtschaft Augsburg Burger King Gabeslberger Straße Gersthofen Jettingen-Scheppach Maximilianstraße Schließung | Presse Augsburg
Die Lichter sind aus bei Burger King. Hier in der Augsburger Maxstraße. | Foto: Dominik Mesch

Das Schnellrestaurant am Augsburger Hauptbahnhof (Fuggerstadtcenter) war schon seit einigen Wochen dich. Wegen Renovierungsarbeiten war an einem Aushang zu lesen. Doch nun sind auch die erst vor kurzer Zeit renovierte Filiale in der Maximilanstraße, das Restaurant an der B17/Ausfahrt Gabelsberger Straße und auch Burger King in Gersthofen sowie Jettingen-Scheppach geschlossen. Ebenfalls betroffen sind Restaurants in Landsberg und im Münchener Hauptbahnhof, in denen sich Pendler und Reisende aus dem Augsburger Raum öfter versorgt hatten. Doch die Schließung gilt nur vorerst, so ist sich der Betreiber sicher. Man befinde sich in offenen Gesprächen über die Zukunft des Unternehmens. Der Streit ist allerdings bereits vor Gericht angelangt. Egal wie es schlussendlich ausgehen wird, der Ruf dieser Gastronomiebetriebe und der Marke Burger King sind nachhaltig beschädigt. Die großen Verlierer sind aber die Mitarbeiter.

Nach Recherchen des „Team Wallraff“ (RTL) waren sie dies aber wohl schon vor den Schließungen. Kein Urlaubsgeld, Bezahlung auf Mindestlohn- oder Minijobniveau, vielfach nicht bezahlte Überstunden, Azubis die eigenverantwortlich für ein Lehrentgelt Filialen leiten mussten und einige andere arbeitsrechtliche Punkte führt das „Team Wallraff“ auf. Auch beim Arbeitsschutz wurde wohl gespart. An gefährlichen Maschinen soll zum größten Teil ohne die vorgeschriebenen Schutzausrüstungen gearbeitet worden sein. Trotz all dieser Punkte waren viele der rund 3.000 Mitarbeiter der Yi-Ko Holding froh diese Stellen zu haben. Vier Wochen vor Weihnachten, blicken sie nun in  eine ungewisse Zukunft. Noch gelten ihre Arbeitsverträge weiter , doch der aktuelle Geschäftsführer hat bereits eine Insolvenz in den Raum gestellt. Im Raum Augsburg sind wohl rund 120 Menschen direkt von den Schließungen betroffen.

Auch die hygienischen Standards sollen bei diesen Burger King – Einheiten nicht eingehalten worden sein. Kontrolleure hatten in der Vergangenheit wohl keine größeren Beanstandungen, Wallraff und seine Kollegen wollen wissen warum. Verfallsdaten wurden neu etikettiert, passende Verpackungen aufgehoben und umgepackt. Auch die Augsburger Einheiten kamen bei den Besuchern nicht immer gut weg. Die Rezensionen bei Facebook sind zum Teil erschreckend. „Endlich zu! Lange gehts nicht mehr! Letztens einen Salat bekommen – den konnte man nun wirklich nicht so nennen! Als ich einen „neuen“ bekommen hatte war es noch schlimmer! Wäh! Wäh! Wäh!“ und weiter „Danke Herr Bork (Anm. Deutschland-Chef Burger King Europe) Endlich zu der Laden!“ ist beispielsweise auf der Seit von Burger King Maxstraße zu lesen.

burger-king_schreiben-276x300 Die Lichter sind aus - Die Burger King-Filialen sind (zum größten Teil) dicht News Wirtschaft Augsburg Burger King Gabeslberger Straße Gersthofen Jettingen-Scheppach Maximilianstraße Schließung | Presse Augsburg
So informiert Yi-Ko. | Foto: Dominik Mesch

„Die Wallraff-Story ist manipuliert. Tatsächlich war die Tante in mehreren Restaurants. Hatte sie nichts gefunden, ging es weiter zum nächsten, bis sie die Bilder bekommen hat, die sie braucht“, schreibt ein Mitarbeiter auf der Facebook-Seite „Fair bei Burger King“. Nicht in allen Einheiten sei es so eklig zugegangen. Die Mitarbeiter fühlen sich als Sündenbock für Zustände, die sie nicht verantworten wollen und können. „Es trifft nur die Mitarbeiter und nicht den Konzern“, sagt ein anderer User auf der inzwischen über 2.700 „Freunde“ starken Seite. Diese wurde im Mai letzten Jahres von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG), gestartet, als Burger King 91 Filialen an den Franchisenehmer Yi-Ko verkaufte. Die Gewerkschaft befürchtete schon damals, dass  der neue Inhaber das Arbeitsrecht nicht ganz so ernst nehmen könnte. Jetzt fühlt sich die NGG bestätigt.

Doch nicht in allen Burger King- Filialen herrschen dies benannten Zustände. Auf der Facebook-Seite wird dem RTL-Team eine einseitige Berichterstattung unterstellt. Es wird gemutmaßt, dass sich gezielt schlecht laufende Restaurants heraus gesucht wurden und über die „Guten“ nicht berichtet wurde. „…das interessiert ja nicht.“, ist auf Facebook zu lesen. Und in der Tat gibt es wohl Burger King – Einheiten in denen es anders zu geht. Auch in Augsburg hat die Filiale in der Kurt-Schumacher-Straße (Lechhausen), die nicht zu Yi-Ko gehört weiter geöffnet.