„Die Playoffs sind nach wie vor unser Ziel“ | Augsburger Panther-Captain Denis Reul im Presse Augsburg-Interview

Die Deutschlandcup-Pause ist beendet. Für die Augsburger Panther geht es mit dem Freitagsspiel in Mannheim und der wichtigen Heimpartie gegen Iserlohn (Sonntag, 16:30 Uhr) wieder um Punkte. Wir haben die spielfreie Zeit für ein Gespräch mit AEV-Kapitän Denis Reul über die aktuelle Situation in der Liga und seine Karriere genützt. Denis Reuls Wechsel zu den Panthers hat frischen Wind in das Team gebracht und ihm die Möglichkeit gegeben, sein volles Potenzial auf dem Eis auszuschöpfen. Seine Erfahrung und Führungsstärke sind entscheidend, um die Mannschaft in der entscheidenden Phase der Saison zu unterstützen. Angesichts der bevorstehenden Spiele ist das gesamte Team hochmotiviert, um sich wichtige Punkte zu sichern.

Sie stehen kurz davor, die Marke von 800 DEL-Spielen zu knacken. Was ist das Geheimnis Ihrer Beständigkeit?

Harte Arbeit und Konstanz. Ich habe immer alles gegeben, um eine lange Karriere zu haben – und es hat sich ausgezahlt.

Wie lange möchten Sie noch spielen?

Ich nehme es Jahr für Jahr. Aktuell mache ich mir darüber keine großen Gedanken.

Wie haben Sie sich in Augsburg eingelebt? Sind Sie persönlich und im Team gut angekommen?

Sehr gut. Ich wurde herzlich aufgenommen, habe nette Leute kennengelernt, und mit den Jungs im Team habe ich viel Spaß. Ich fühle mich hier wirklich wohl.

Nach Ihrer erfolgreichen Zeit in Mannheim – zweimal Meister, sechsmal WM-Teilnehmer – ist der Wechsel nach Augsburg sicher eine Umstellung. Wie gehen Sie mit den anderen Ambitionen hier um, wo die Ziele vielleicht anders gesteckt sind?

Der Sport bleibt der gleiche. Ich mache meinen Job wie zuvor. Wo ich spiele, ändert daran nichts.

War es schwer, sich nach 15 Jahren in Mannheim an ein neues Team zu gewöhnen? Oder gibt es als Profi einen „Schalter“, den man einfach umlegt?

Nicht wirklich. Eishockey bleibt Eishockey, egal wo. Ich habe auch bei der Nationalmannschaft immer wieder mit unterschiedlichen Teams gespielt. Das ist kein großer Unterschied.

Hat sich Ihr Spielstil hier in Augsburg im Vergleich zu Ihrer Zeit in Mannheim verändert?

Der Stil ändert sich immer von Team zu Team und Trainer zu Trainer, aber die Grundlagen bleiben gleich. Der Puck muss ins Tor, das Spiel bleibt fair.

Sie sind sofort Kapitän geworden, als Sie nach Augsburg kamen. Hat Sie das überrascht? Und welche Qualitäten bringen Sie in diese Rolle ein?

Ein bisschen. Es ist eine große Ehre. Ich bringe meine Erfahrung und Arbeitseinstellung ein und versuche, das Team zu führen – sowohl durch Leistung als auch durch Worte, wenn es nötig ist.

Reul (Mitte) wurde auf Anhieb zum Panther-Captain ernannt | FFoto: Dunja Dietrich

Wie würden Sie Ihre Rolle im Team beschreiben? Haben Sie sich in Augsburg spielerisch verändert?

Ich sehe mich als defensiven Spieler, der seinen Job macht und auch mal Extrasituationen übernimmt, wenn es gebraucht wird. Ich spiele meinen Part, wie ich es immer getan habe.

Sie sind einer der Spieler mit den meisten geblockten Schüssen in der Liga. Wie gehen Sie mit den Schmerzen um, die das mit sich bringt?

Blaue Flecken gehören dazu. Das ist mein Job, und ich werde dafür bezahlt. Andere schießen Tore, ich blocke Schüsse. Jeder bringt seine Stärken ein.

Ihr Spitzname ist „Robo“. Woher kommt dieser Name?

Das stammt aus meiner Jugend. Ich war groß, etwas steif und hatte silberne Schlittschuhe. Frank Mauer (Mitspieler in Mannheim) hat mich „Robocop“ genannt, und daraus wurde „Robo“.

Am Freitag spielen Sie in Mannheim. Ist das für Sie etwas Besonderes, dort als Gast zu spielen?

Ja, definitiv. Mannheim ist meine Heimat, und ich plane, irgendwann dorthin zurückzukehren. Das erste Spiel dort war sehr emotional. Mal sehen, wie es dieses Mal wird.

Nach einer durchwachsenen Phase vor der Deutschlandcup-Pause – wie wichtig ist es, jetzt wieder erfolgreich in die Spiele zu starten?

Reul: Sehr wichtig. Wir hatten Zeit, uns zu erholen, und wollen gut aus der Pause kommen. Ein starkes Spiel in Mannheim und dann die Leistung mitnehmen – das ist unser Ziel.

Sie haben vor der Saison die Playoffs als Ziel ausgegeben. Jetzt steht das Team außerhalb der Playoff-Zone. Ist dieses Ziel noch realistisch?

Reul: Absolut. Die Playoffs sind nach wie vor unser Ziel. Wir müssen uns verbessern und wieder dahin arbeiten.

Sie spielen oft mit Max Renner in der Verteidigung zusammen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Ihnen beiden?

Der Mann fürs Grobe in der Augsburger Defensive | Foto: Dunja Dietrich

Sehr gut. Besonders in Unterzahl harmonieren wir. Er bringt viel Erfahrung mit, und wir ergänzen uns gut.

Sie haben mit Ted Dent einen neuen Trainer. Wie würden Sie ihn als Mensch und als Coach beschreiben?

Er ist ein ruhiger und sympathischer Typ, der immer ein offenes Ohr hat. Die Zusammenarbeit ist angenehm.

Foto Dunja Dietrich

Der Kader ist eine Mischung aus erfahrenen Spielern wie Ihnen und jungen Talenten. Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen diesen Generationen?

Wir profitieren voneinander. Die Jüngeren bringen Energie und Leichtigkeit, wir Älteren unsere Erfahrung mit. Am Ende zählt die Performance auf dem Eis.

Die Fans in Augsburg sind für ihre Leidenschaft bekannt. Wie wichtig ist dieser Support für das Team?

Sehr wichtig. Man spürt den Unterschied, wenn die Halle brennt. Das pusht uns Spieler enorm.

Zum Abschluss nochmals zu ihnen persönlich: Sie hatten in den USA fünf Spiele in der AHL für die Providence Bruins absolviert und wurden sogar für die NHL gedraftet. Warum ging es dort nicht weiter?

Damals hat es nicht gereicht. Es gab starke Verteidiger im Team, und ich habe den Sprung nicht geschafft. Aber ich bin mit meiner Karriere zufrieden.

Gibt es noch Ambitionen oder Ziele, die Sie sich für Ihre Karriere gesteckt haben?

Reul: Momentan konzentriere ich mich auf die aktuelle Saison. Die Playoffs sind mein Ziel, alles andere sehen wir dann.

Das Interview führten Dominik Mesch (Presse Augsburg) und Johannes Kaiser (Augsburg Journal)

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Dominik Mesch
Dominik Mesch
Dominik Mesch ist freier Redakteur und Mitglied der Presse Augsburg-Redaktion.

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