Die FDP Augsburg äußert Bedenken hinsichtlich der geplanten Kundgebung „Augsburg gegen den Rechtsruck“, die unmittelbar vor der Bundestagswahl stattfinden soll. Der Kreisvorstand der Liberalen fordert von den Veranstaltern mehr Transparenz darüber, ob die Demonstration wirklich ausschließlich für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander steht oder ob sie zur Plattform für parteipolitische Zwecke wird.
„Unsere Mitglieder haben in der Vergangenheit aus Überzeugung an Demonstrationen gegen Rechtsextremismus teilgenommen“, erklärt Ralf Neugschwender, Kreisvorsitzender der FDP Augsburg. „Inzwischen drängt sich aber der Eindruck auf, dass es nicht mehr allein um ein Solidaritätszeichen an Augsburgerinnen und Augsburger mit Migrationshintergrund geht, sondern auch um die Verbreitung einer breiten Palette linker Themenfelder. Mit Blick auf so manche Demonstration in den letzten Wochen sind unsere Mitglieder daher sehr skeptisch, ob sie die Kundgebung vorbehaltlos unterstützen können, wenn von der Bühne herab auch CDU/CSU und FDP als Gegner der Demokratie verunglimpft werden.“
Mehrere hundert Menschen demonstrieren in Augsburg gegen Rechtsextremismus
Forderung nach mehr Transparenz
Besonders kritisch sieht die FDP Augsburg die bislang fehlende Klarheit über die Rednerliste. Markus Krapf, Präsident des FC Augsburg wird als Redner auftreten. Auf den Sozialen Medien des Bundesligisten hagelt es seit der Ankündigung Androhungen, die Mitgliedschaft oder die Dauerkarte zu kündigen. Zahlreiche Fans wünschen sich hier mehr Neutralität vom FCA, andere begrüßen die klare Stellung des Vereins und seines Präsidenten. Während die Teilnahme Krapfs bekannt ist, fehlen noch Informationen zu weiteren Rednerinnen und Rednern sowie zur Struktur der Veranstaltung. Die Liberalen haben die Veranstalter bereits schriftlich um nähere Auskunft gebeten – bislang jedoch ohne Erfolg. Für seine Positionierung hat der FC Augsburg nicht nur positives Echo geerntet.
„Es ist bezeichnend und spricht für sich, dass die FDP Augsburg auf ihre Nachfrage bisher keine Antwort erhalten hat und wir alle Informationen scheibchenweise aus der Zeitung erfahren. Wir möchten erfahren, ob die Veranstaltung überparteilich und ausgewogen ist oder ob auch Rednerinnen und Redner auftreten, die in Parteien aktiv sind“, so Neugschwender weiter.
„Brandmauer brennt” | Tausende demonstrieren in Augsburg gegen Rechtsextremismus
Klare Trennung von Zivilgesellschaft und Parteipolitik gefordert
Die FDP Augsburg betont, dass ein zivilgesellschaftliches Engagement gegen Extremismus nicht zur verdeckten Wahlkampfveranstaltung für eine bestimmte politische Richtung werden dürfe. Gerade im Kontext der Bundestagswahl müsse eine klare Trennung zwischen parteipolitischen Interessen und gesellschaftlichem Protest gewahrt bleiben.
Die Liberalen fordern daher von den Veranstaltern, unmissverständlich für Transparenz und Neutralität zu sorgen, um eine breite gesellschaftliche Unterstützung für das Anliegen der Demonstration sicherzustellen.


