Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Holger Hanselka, für angewandte Forschung fordert weitreichende Schutzmaßnahmen, um Deutschland vor einem massiven Wissensabfluss zu schützen.
Bücher in einer Bibliothek (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Angesichts der geopolitischen Verwerfungen forderte er im „Handelsblatt“ von Bund und Ländern, „verbindlich“ festzulegen, „mit welchen Staaten, Organisationen und Unternehmen und zu welchen Schlüsselthemen eine deutsche Forschungseinrichtung nicht zusammenarbeiten darf“. Wer dagegen verstoße, müsse bestraft werden. „Wir müssen da endlich die nötige Sensibilität entwickeln und umdenken: Wissenschaftsfreiheit bedeutet nicht Beliebigkeit“, sagte Hanselka.
Auf den Vorwurf, innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft nicht ausreichend Wissen zu schützen, reagierte Hanselka mit dem Hinweis: „Unsere Dienstverträge für Institutsleitungen enthalten Vertraulichkeits- und Geheimhaltungsklauseln.“ Dies gelte auch nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. In einem viel diskutierten Fall geht es um den Wechsel eines Institutsleiters für Nachrichtentechnik zum chinesischen Telekommunikationsunternehmen Huawei.
Dabei gab es nach Informationen des „Handelsblatts“ keine Karenzzeit oder ähnliche Einschränkungen, um einen Wissensabfluss zu verhindern. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte kürzlich angekündigt, chinesische Netzwerktechnik zu ersetzen.

