Generalinspekteur alarmiert wegen Sexismus-Vorfällen

DTS Nachrichtenagentur
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Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, ist wegen der steigenden Zahl von Meldungen über sexualisiertes Fehlverhalten in der Truppe alarmiert. Das berichtet der “Spiegel”.

Carsten Breuer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Breuer mahnt demnach in einem internen Tagesbefehl an alle Soldaten, sexualisiertes Fehlverhalten jeder Art dürfe in der Bundeswehr nicht toleriert werden. “Deshalb beobachte ich den Umfang der Meldungen zu sexualisiertem Fehlverhalten mit großer Sorge”, so Breuer. Die Zahl der gemeldeten Fälle sei zu hoch, stellt der ranghöchste Soldat der Bundeswehr in dem Tagesbefehl fest.

Hintergrund für Breuers Befehl sind die intern gemeldeten Vorfälle. Die Bundeswehr fasst unter dem Begriff alle Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung zusammen – von anzüglichen Sprüchen über unziemliche Annäherungen bis zu handfester sexualisierter Gewalt. Nach Informationen des “Spiegel” deuten die aktuellen Zahlen darauf hin, dass 2026 ein neuer Höchststand der Fallzahlen erreicht werden könnte. Im Jahr 2025 verzeichnete das Ministerium 430 Meldungen, 2024 waren es 395, im Jahr zuvor 385.

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Breuer ermahnt in dem Tagesbefehl alle Soldaten, solche Fälle nicht zu dulden oder wegzusehen. Jede Form von sexuellem Fehlverhalten habe “keinen Platz in den Streitkräften”, solche Auswüchse dürften “weder durch Vorgesetzte noch Untergebene oder Gleichgestellte akzeptiert werden”. “Das ist nicht akzeptabel”, so Breuer, “ich zähle auf Ihre Haltung und Ihr Verantwortungsgefühl”.

Nach Informationen des “Spiegel” sorgen im Ministerium neben den aktuellen Meldungen auch die Ergebnisse einer Dunkelfeldstudie zum Thema sexualisierte Gewalt in der Truppe für Nervosität. Die Studie, bei der Tausende aktive und frühere Soldatinnen nach ihren Erfahrungen befragt wurden, ist fast fertig. Mehr als 15 Prozent aller angeschriebenen Frauen haben sich demnach zurückgemeldet und ihre teils harschen Erfahrungen niedergeschrieben.

Erste Ergebnisse sorgten dafür, dass im Ministerium angeordnet wurde, gleichzeitig mit der Veröffentlichung einen Aktionsplan gegen Fehlverhalten in der Bundeswehr vorzulegen. Angeregt hatte die Studie die frühere Wehrbeauftragte Eva Högl – das war bereits Ende 2024. Erst in diesem Jahr, als der Skandal um die Zustände in der Fallschirmjäger-Kaserne in Zweibrücken öffentlich wurde, nahm das Projekt richtig Fahrt auf.

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Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.