Ohne Zuwanderung wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in den ostdeutschen Flächenländern bis 2045 um mehr als ein Fünftel schrumpfen. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Versorgung der Bevölkerung wäre dann gefährdet.
Aktuell leben im Osten rund 7,7 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter. Sollte die Migration ausbleiben, würde diese Zahl bis 2045 um fast 22 Prozent auf etwa sechs Millionen sinken. Zwischen 1995 und 2025 haben die ostdeutschen Flächenländer bereits rund 2,3 Millionen erwerbsfähige Menschen verloren. Der Anteil der Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung sank von knapp 71 auf unter 63 Prozent.
Besonders betroffen wären Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern würde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ohne Migration um fast 25 Prozent zurückgehen. In Sachsen-Anhalt wäre ein Rückgang von gut 24 Prozent zu erwarten. Der IW-Experte Wido Geis-Thöne warnte, dass die Wirtschaft die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr leisten könne, wenn massenhaft Arbeitskräfte fehlten. Besonders betroffen seien Dienstleistungen, die sich schwer automatisieren ließen.

