KEMPTEN. Seit Beginn des Jahres 2025 führt die Kriminalpolizeiinspektion Kempten unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Kempten intensive Ermittlungen im Bereich der illegalen Prostitution und gewerbsmäßigen Schleusung durch. Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden mehrere Verstöße aufgedeckt.
Masseurinnen ohne Aufenthaltserlaubnis
Bereits im Februar 2025 stießen Polizeibeamte in einem Kemptener Massagesalon auf zwei Frauen chinesischer Staatsangehörigkeit, die dort ohne gültige Aufenthaltserlaubnis tätig waren. Nach ihrer eigenen Aussage boten sie auch sexuelle Dienstleistungen an, für die keine behördliche Genehmigung vorlag. Die Ermittlungen ergaben, dass die Betreiber des Salons wiederholt Masseurinnen ohne Aufenthaltserlaubnis beschäftigten, was zur Anklage wegen gewerbsmäßiger Schleusung führte. Ein Gerichtsverfahren steht noch aus.
Bordellkontrollen und Versteckspiel
Im Mai 2026 folgte eine erneute Kontrolle in einem anderen Massagesalon, wo drei Frauen ohne Aufenthaltstitel vorgefunden wurden. In einem verzweifelten Versuch, der polizeilichen Kontrolle zu entgehen, versteckten sie sich hinter einer Schrankwand. Auch gegen die Betreiberin dieses Salons wurde ein Verfahren wegen gewerbsmäßigem Einschleusen von Ausländern eingeleitet. Parallel dazu wurde ein weiteres Bordell in Baden-Württemberg durchsucht, wobei die Ermittlungen weiterhin andauern.
Anhaltende illegale Prostitution trotz Kontrollen
Zusätzliche polizeiliche Kontrollen in der Region Kempten haben gezeigt, dass viele Frauen, oft ohne gültige Papiere, weiterhin in Ferienwohnungen und Hotelzimmern der Prostitution nachgehen. Ein auffälliges Muster zeigt sich in der steigenden Zahl betroffener chinesischer Staatsangehöriger. Trotz einer Erhöhung der Anzeigen aus der Bevölkerung und intensiverer Kontrollen bleibt ein Rückgang der illegalen Prostitution aus.
In Deutschland ist Prostitution grundsätzlich nur in städtisch ausgewiesenen Bereichen ab 50.000 Einwohnern legal möglich.

