LINDAU. Am 20. April 2026 fand das jährliche Sicherheitsgespräch zwischen dem Landratsamt Lindau und dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West statt, um die aktuelle Kriminalitäts- und Sicherheitslage zu erörtern.
Anstieg der Straftaten und Aufklärungsquote
Landrat Elmar Stegmann und Polizeivizepräsident Michael Haber nahmen gemeinsam mit Vertretern der Polizeiinspektionen und der Bundespolizeiinspektion Kempten am Austausch im Landratsamt Lindau teil. Auf Grundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik stieg die bereinigte Gesamtzahl der erfassten Straftaten im Landkreis Lindau um 1,8 % auf 3.149 Fälle im Vergleich zum Vorjahr.
Die Aufklärungsquote stieg merklich auf 72,1 % und liegt damit weiterhin deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66 %, wodurch mehr als zwei von drei Straftaten im Landkreis Lindau aufgeklärt werden.
Rückgang bei Callcenter-Betrug und Drogenkriminalität
Ein positiver Trend zeigte sich im Bereich des Callcenterbetrugs: Der Beuteschaden sank von über 187.000 Euro im Jahr 2024 auf rund 23.000 Euro im Jahr 2025. Die Anzahl erfolgreicher Betrugsfälle ging um 30 % zurück. Die Rauschgiftkriminalität verminderte sich ebenfalls, vor allem durch die Gesetzesänderungen zum Konsumcannabisgesetz, doch die Zahl der Fahrzeugführer unter Drogeneinfluss nahm um knapp 90 % zu.
Herausforderungen und Zusammenarbeit
Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg von 2.098 auf 2.125, wobei die Alkohol- und Drogenvorfälle jeweils um mehr als 60 % zunahmen. Glücklicherweise fiel die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrer leicht. Landrat Elmar Stegmann lobte die Aufklärungsquote von über 72 Prozent als Ergebnis der Zusammenarbeit aller Polizeidienststellen und betonte die Bedeutung der Kooperation von Landratsamt und Polizei.
Polizeivizepräsident Michael Haber erklärte: „Der Landkreis Lindau ist vergleichsweise sicher, trotz eines leichten Anstiegs der Straftaten im Jahr 2025. Besonders die deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt liegende Aufklärungsquote belegt das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Polizei, eine professionelle Polizeiarbeit und die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Sicherheitsbehörden.”

