Mitten im Waldstück zwischen der Staustufe Bergheim und Grünau endet ein Überholmanöver am späten Mittwochabend (28.03.2025) gegen 22:30 Uhr in einer Katastrophe. Ein PS-starker BMW M3 kommt nach zwei Überholmanövern von der regennassen St2043 ab. Das hochmotorisierte Fahrzeug donnert durch einen Grünstreifen, überquert einen Fuß- und Radweg und prallt mit voller Wucht nacheinander gegen zwei Bäume.
„Beim Eintreffen haben wir ein verunfalltes, schwer deformiertes Fahrzeug vorgefunden, das in Brand geraten war und der Fahrer noch im Fahrzeug eingeschlossen“, berichtet Markus Ries, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neuburg an der Donau. Der Aufprall ist so heftig, dass sich der Baum bis zum Fahrersitz schiebt. Im Innenraum ist der 44-jährige Mann aus dem Kreis Eichstätt schwerst verletzt eingeklemmt. Die ersten Löschversuche übernehmen mutige Ersthelfer – mit tragischer Aussichtslosigkeit.
„Das gelang dann erst mit der Vornahme von Schaum, Wasser-Schaum-Gemisch der Feuerwehr. Da war es dann relativ zügig unter Kontrolle zu bringen“, so Ries. Parallel beginnt die technische Rettung. Die Feuerwehr setzt schweres Gerät ein. „Man hat parallel auch mit einem Greifzug gearbeitet, um das Auto, das noch stark im Baum steckte, vom Baum wegzubekommen, um hier mögliche Eröffnungen nach vorne zu schaffen“, erklärt der Kommandant.
Mit Mühe erreichen die Einsatzkräfte den schwer eingeklemmten Fahrer. Sie schaffen es, ihn zu befreien – doch wenig später stirbt der Mann im Krankenhaus. „Zunächst während dem Einsatz ist jeder natürlich voll auf seine Arbeit fokussiert. Und dann kommt man natürlich auch mal zu Gedanken“, sagt Ries.
Noch in der Nacht leuchtet die Feuerwehr die Unfallstelle für die Polizei aus. Ein Gutachter wird hinzugezogen. Insgesamt 7,5 Stunden ist die Fahrbahn gesperrt.
Am Tag darauf ist der Hergang nicht final geklärt. Zwar bestätigt die Polizei, dass kein Dritter am Unfall beteiligt gewesen ist, doch ob eine riskante Fahrweise zu dem tragischen Geschehen führte, bleibt bisher offen. Andreas Aichele erklärt dazu: „Im Moment können wir uns nur auf die Fakten berufen und tatsächlich ist es so, dass Zeugen beobachtet haben, dass dieses Fahrzeug mehrfach überholt hat. Wir sprechen hier von einem Pkw, der mit mehr als 500 PS ausgestattet gewesen ist. Ob tatsächlich hier signifikante Überschreitungen der Geschwindigkeit mit zum Unfall beigetragen haben, das werden jetzt die Ermittlungen der Polizeiinspektion in Neuburg zeigen müssen.“
Aichele betont darüber hinaus auch die immense Wichtigkeit der Ersthelfer: „Also das ist die Mutter aller Rettungsmaßnahmen. Wenn unmittelbare Unfallzeugen oder nachfolgende Fahrzeugführer nicht anhalten, nichts tun, dann können auch die professionellen Rettungskräfte nicht wirklich helfen.“ Sein dringender Appell an alle Verkehrsteilnehmer: „Bleiben Sie an so einer Unfallstelle stehen und helfen Sie. Alles, was Sie tun, wird richtig sein, Hauptsache Sie helfen.“
Tödlicher Unfall bei Neuburg: Dashcam-Aufnahmen bestätigen Polizei-Analyse
Die Polizei Neuburg konnte eine Dashcam-Aufnahmesicherstellen, die den Unfall dokumentiert. Die Kamera befand sich in einem Fahrzeug, das zur gleichen Zeit am Unfallort unterwegs war.
„Die Aufnahmen bestätigen unsere Rekonstruktion des Unfallhergangs“, erklärte Thomas Reindl, stellvertretender Leiter der Polizei Neuburg. Bereits zuvor hatten Gutachter vor Ort die Reifenspuren ausgewertet. Die Dashcam, die üblicherweise am Armaturenbrett eines Autos montiert wird, liefert nun zusätzliches Beweismaterial zur Klärung des tragischen Vorfalls.





