Foto: Wolfgang Czech
Durch das Fenster des Turamichele bot sich ein seltener Einblick in den derzeit vollständig entkernten Perlachturm. Der leergeräumte Turmschaft wirkt aktuell wie eine gewaltige hohle Röhre und macht sichtbar, welche Spuren die Jahrhunderte am „Kampanile Augsburgs“ hinterlassen haben.
Das Mauerwerk aus dem 11. Jahrhundert erzählt von zahlreichen Umbauten und Eingriffen. Schon Stadtbaumeister Elias Holl ging mit dem historischen Bestand nach heutigen Maßstäben nicht gerade behutsam um: Fenster wurden zugemauert und romanische Bauelemente entfernt. Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs zerstörten große Teile des Innenraums und hinterließen dauerhafte Schäden. Noch heute zeugt ein markanter Riss in der Nordwand von dieser bewegten Geschichte.
Aufwendige Korrekturen früherer Sanierungen
Auch Eingriffe der jüngeren Vergangenheit stellen die Restauratoren vor Herausforderungen. Im Zuge der Vorbereitungen zur 2000-Jahr-Feier Augsburgs wurde die Elektrik modernisiert. Dafür brach man teilweise tiefe Schlitze in das historische Mauerwerk, die nun mit großem Aufwand wieder instand gesetzt werden müssen. Gleichzeitig wird der von Elias Holl geschaffene „tote Raum“ wieder geöffnet und künftig erneut in das Turmensemble integriert.
Denkmalpflege für die Zukunft
Die laufende Generalsanierung macht deutlich, wie sensibel der Umgang mit einem Bauwerk sein muss, das seit fast tausend Jahren das Stadtbild prägt. Ziel ist es, den Perlachturm nicht nur zu sichern, sondern seine historische Substanz möglichst authentisch für kommende Generationen zu bewahren.
Eines der ältesten Wahrzeichen Augsburgs
Der Perlachturm zählt zu den ältesten Wahrzeichen Augsburgs. Seine Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Anfang des 17. Jahrhunderts erhielt er durch Stadtbaumeister Elias Holl seine bis heute prägende Gestalt. Mit einer Höhe von rund 70 Metern bildet der Turm gemeinsam mit dem Rathaus das historische Herz der Stadt und gehört zu den bekanntesten Bauwerken Augsburgs. Bis voraussichtlich Herbst 2027 wird der Turm saniert werden.


























