Nach den tödlichen Fahrradunfällen in Augsburg-Haunstetten steht die monatliche Critical-Mass-Fahrradfahrt am Freitagabend ganz im Zeichen des Gedenkens. Die Teilnehmenden wollen an zwei Radfahrer erinnern, die in diesem Jahr an derselben Kreuzung ums Leben kamen, und zugleich ein Zeichen für mehr Verkehrssicherheit setzen.
Die Fahrraddemonstration startet am Freitag, 31. Juli, um 18.15 Uhr am Rathausplatz. Ziel ist die Einmündung Unterer Talweg/Schafweidstraße in Haunstetten. Direkt daneben, an der Kreuzung Unterer Talweg/Postillionstraße, ereigneten sich innerhalb weniger Wochen zwei tödliche Unfälle.
Zuletzt war dort am Montag, 27. Juli, ein Radfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Auto tödlich verletzt worden. Bereits am 17. Juni war an der benachbarten Einmündung ein 59-jähriger Radfahrer nach einer Kollision mit einer Straßenbahn ums Leben gekommen.
Nach Angaben der Organisatoren kamen 2026 bereits vier Radfahrende bei Verkehrsunfällen in Augsburg ums Leben. Neben den beiden Todesfällen in Haunstetten verweisen sie auf weitere tödliche Unfälle an der Kreuzung Friedberger Straße/Berliner Allee sowie in der Zusamstraße.
Die Initiatoren sehen darin ein deutliches Signal, dass die Sicherheit des Radverkehrs verbessert werden müsse. Sie fordern unter anderem sichere und durchgängige Radwege, optimierte Ampelschaltungen, niedrigere Geschwindigkeiten an gefährlichen Stellen sowie eine stärkere Berücksichtigung des Radverkehrs bei der Verkehrsplanung. Ziel sei es, die Zahl schwerer Unfälle nachhaltig zu reduzieren.
Die sogenannte Critical Mass ist eine weltweit stattfindende Fahrradaktion, bei der Radfahrende gemeinsam durch Städte fahren, um auf ihre Präsenz im Straßenverkehr und ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen. Die Bewegung ist dezentral organisiert und hat nach eigenen Angaben keine offiziellen Verantwortlichen.
In Augsburg treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seit etwa 2011 jeweils am letzten Freitag eines Monats am Rathausplatz. Je nach Termin beteiligen sich nach Angaben der Veranstalter zwischen 30 und 200 Menschen an der rund 90-minütigen gemeinsamen Ausfahrt.

