„Papst mochte Bayern sehr“ | Söder hebt Franziskus` Verehrung eines Augsburger Bildes hervor

Bayerns Ministerpräsident Söder stellte die besondere Verbindung des heute verstorbenen Papstes Franziskus hervor und erinnerte an den heiteren und freundlichen Potifex.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder zum Tode von Papst Franziskus: “Heute ist ein sehr schwerer Tag. Der Tod von Papst Franziskus macht auch mich persönlich tieftraurig und betroffen. Ein großer Mahner für Frieden und Versöhnung ist von uns gegangen. Ausgerechnet an Ostern – einer ganz besonderen Zeit im Zeichen des Abschieds, der Trauer und der Auferstehung. Trotz Krankheit war er bis zum letzten Tag im Dienst für die Menschen und den Glauben. Noch gestern spendete der Papst den Segen „Urbi et Orbi“. Der Glaube gibt Orientierung und Halt gerade in einer Welt in Aufruhr. Für Verlässlichkeit und Kraft stand auch der Heilige Vater. Ich bin froh, glauben zu können. Zweimal durfte ich selbst zu Papst Franziskus zur Audienz in Rom. Es waren immer große und bewegende Momente – mal ernsthaft, mal heiter und immer sehr freundlich. Der Papst kannte und mochte auch Bayern sehr: „Maria Knotenlöserin“ ist eines seiner Lieblingsbilder und hängt im Original in der Augsburger Kirche Sankt Peter am Perlach. Wir stehen heute in großer Trauer alle zusammen und werden Papst Franziskus immer in Erinnerung halten. Möge er in Frieden ruhen.“

Ursprung der Verehrung von „Maria Kontenlöserin“: Eine Postkarte aus Deutschland

Die Marienverehrung in Südamerika ist heute eng mit dem Bild der „Maria Knotenlöserin“ verbunden. Ihren Ursprung hat diese besondere Form der Andacht in einer kleinen Geste: Eine deutsche Ordensschwester schickte Jorge Mario Bergoglio, dem damaligen Erzbischof von Buenos Aires und späteren Papst Franziskus, eine Postkarte mit dem bekannten Gnadenbild. Dieses Bild faszinierte ihn und weckte sein nachhaltiges Interesse.

Von Johann Georg Melchior Schmidtner (1625-1705) – File:“Johann Georg Schmidtner“, by Johann Georg Schmidtner.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45566713

Ein Bild geht in die Slums

Der spätere Papst Franziskus erkannte die spirituelle Kraft der Darstellung und nutzte sie, um den Glauben in den ärmsten Vierteln seiner Stadt zu stärken. Er sandte seine Priesteramtsstudenten aus, ausgestattet mit kleinen Abbildungen des Gnadenbildes, um sie in den Slums von Buenos Aires zu verteilen. Zudem bat er eine Austauschstudentin aus Eichstätt darum, das Originalgemälde in Augsburg genau zu dokumentieren, damit eine detailgetreue Kopie entstehen konnte.

Entgegen mancher Berichte reiste Bergoglio jedoch nie selbst nach Augsburg, wie in Quellen ausdrücklich betont wird: Er „war selbst jedoch nie in Augsburg.“

Entstehung einer neuen Kultstätte

In Buenos Aires wurde schließlich eine Kopie des Bildes von der Künstlerin Ana Betta de Berti – auch bekannt als Marta Beti – angefertigt. Seit dem 8. Dezember 1996 befindet sich diese Nachbildung in der Kirche San José del Talar. Dort strömen besonders an jedem 8. Tag eines Monats tausende Gläubige hin, um Maria als Knotenlöserin um Hilfe zu bitten.

Auch im religiösen Themenpark „Tierra Santa“ in Buenos Aires hat die Darstellung einen festen Platz gefunden. Dort ist heute ein Reliefbild der Knotenlöserin zu sehen, das vielen Besuchern Trost und Hoffnung spendet.

Augsburger Bischof würdigt Einsatz für Arme

Der Bischof von Augsburg Dr. Bertram Meier erinnert sich in folgenden Worten an den heute verstorbenen Papst Franziskus:„Papst Franziskus hat das Ziel erreicht. Am Ostermontag ging sein irdischer Pilgerweg zu Ende. Am Anfang seines Petrusdienstes hat er 2013 den Gläubigen auf dem Petersplatz den Segen gespendet; die letzten Worte, die er an Ostern 2025 an die Weltöffentlichkeit gesprochen hat, war ebenfalls der Segen Urbi et Orbi, der Stadt und dem Erdkreis.

Die zwölf Jahre seiner Amtszeit durchzog der Dreischritt, den Papst Franziskus bei seiner ersten Predigt nach seiner Wahl entfaltete: gehen, aufbauen und bekennen. Franziskus ist mutig vorangegangen und hat wichtige Impulse gesetzt, darunter seine Initiative für eine synodale Kirche. Wie Franz von Assisi hat er alles getan, um die Kirche geistlich aufzubauen. Besonders seine Sorge für die Armen und die Menschen am Rande gehören zu seinem Testament. Auch die Bewahrung der Schöpfung und sein Einsatz für globale Gerechtigkeit waren ihm ein Herzensanliegen. Bei allen Aktivitäten ging es Papst Franziskus darum, als Nachfolger Petri den Glauben unversehrt zu bewahren und zu bekennen. Sein ganzes Wirken war ein Bekenntnis zum Namen Jesu. Davon zeugt die letzte Enzyklika „Dilexit nos“, die der Herz-Jesu-Frömmigkeit gewidmet ist und zeigt: Papst Franziskus war ein echter Jesus-Freund.

Aus mehreren persönlichen Begegnungen mit ihm wird mir in Erinnerung bleiben, wie menschlich nah und brüderlich auf Augenhöhe mich Papst Franziskus jeweils empfangen hat. Schnörkellos, klar und offen konnten wir miteinander sprechen und uns austauschen. Und manchmal war Papst Franziskus auch zum Scherzen aufgelegt. Dankbar für diesen Heiligen Vater lade ich alle Gläubigen ein, dafür zu beten, dass Papst Franziskus nun die ewige Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott genießen darf. Ostern möge für ihn Wirklichkeit werden.“

Anzeige
Presse Augsburg
Presse Augsburg
Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.

Meistgelesen

Funkensprühen aus Kamin löst Feuerwehreinsatz in Augsburg-Oberhausen aus

Augsburg-Oberhausen – Ein vermeintlicher Dachstuhlbrand hat am Samstagabend (15....

Achtjährige bei Unfall an Ampelkreuzung in Gersthofen verletzt

Gersthofen – Bei einem Verkehrsunfall an der Anschlussstelle Gersthofen-Mitte...

Augsburg: Schwerer Verkehrsunfall auf der B17 – Fahrer in Spezialklinik geflogen 

Kurz nach Mitternacht kam es am 12. März 2026...

Augsburg | Halid S. nach homophober Attacke zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Augsburg hat im Prozess um einen brutalen...