Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim hat ihre Bilanz für das Jahr 2025 vorgestellt, die deutliche Entwicklungen im grenz- und bahnpolizeilichen Bereich zeigt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die unerlaubten Einreisen im grenzpolizeilichen Bereich um knapp 30 Prozent auf rund 2.300 Personen gesunken, was das Niveau von 2020 nahezu erreicht.
Rückgang unerlaubter Einreisen und veränderte Rückweisungspraxis
Obwohl die Zahl der Rückweisungen von 2024 auf 2025 gesunken ist, stieg der Anteil der Zurückgewiesenen im Verhältnis von 60 auf 70 Prozent. Diese Änderung ist auf ein neues Verfahren des Bundesministeriums des Innern im Mai 2025 zurückzuführen, das auch bei Asylgesuchen Rückweisungen erlaubt, es sei denn, es handelt sich um besonders schutzbedürftige Gruppen wie Familien mit Kleinstkindern oder schwer erkrankte Menschen.
Die Hauptherkunftsländer der Personen, die wegen unerlaubten Einreiseversuchs angezeigt wurden, blieben die Ukraine, Syrien, Albanien, Afghanistan und die Türkei. Auffällig ist, dass der Anteil syrischer Staatsangehöriger von 23 Prozent im Jahr 2024 auf neun Prozent im Jahr 2025 gesunken ist.
Steigende Zahl mutmaßlicher Schleuser und Betäubungsmitteldelikte
Trotz des Rückgangs unerlaubter Einreisen nahm die Zahl der Anzeigen wegen Einschleusens von 90 im Jahr 2024 auf etwa 140 im Jahr 2025 zu. Die Verdächtigen stammen überwiegend aus der Ukraine, Syrien, Italien, Pakistan und China. Auch bei Betäubungsmitteldelikten ist ein Anstieg von 290 auf 380 Fälle zu verzeichnen.
Die Anzahl der Urkundendelikte sank um etwa 10 Prozent auf rund 180. Bei den Vollstreckungen von Haftbefehlen gab es mit 391 Fällen einen leichten Anstieg.
Erhebliche Zunahme von Gewaltdelikten im Bahnpolizeibereich
Im bahnpolizeilichen Bereich stieg die Anzahl der Körperverletzungen auf rund 90 Fälle im Jahr 2025, was einen Anstieg von knapp 50 Prozent gegenüber 2024 bedeutet. Auch die Widerstände gegen und Angriffe auf Polizeibeamte nahmen um etwa 60 Prozent zu, mit rund 60 registrierten Gewalttaten. Eigentumsdelikte wie Diebstähle und Unterschlagungen haben sich mehr als verdoppelt, während die Zahl der Sachbeschädigungen konstant blieb. Betrugsdelikte, inklusive Schwarzfahrten, gingen leicht auf rund 720 Fälle zurück.
Der Inspektionsleiter Stefan Kurth kommentierte: „Der bundesweite Trend rückläufiger Zahlen bei den versuchten unerlaubten Einreisen lässt sich im Jahr 2025 auch im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Rosenheim nachvollziehen. Gleichzeitig hat die Intensivierung unserer Grenzkontrollmaßnahmen seit Mai zu einer Steigerung bei den Feststellungen von Haftbefehlen und Betäubungsmitteldelikten geführt. Eine Häufung von Migrantengruppen, die auf Ladeflächen befördert und dann abgesetzt worden wären, konnte 2025 im Gegensatz zu den Vorjahren im Übrigen nicht mehr verzeichnet werden. Wir werden diese Entwicklung im Rahmen der Grenzkontrollen sowie der Fahndungsmaßnahmen im grenznahen Raum weiter sehr aufmerksam beobachten. Im bahnpolizeilichen Zuständigkeitsbereich mussten wir im Jahr 2025 eine Zunahme der Gewaltdelikte feststellen – eine Veränderung, die wir sehr ernst nehmen. Wir haben hierauf bereits frühzeitig mit einer verstärkten polizeilichen Präsenz, regelmäßigen Schwerpunkteinsätzen und einem behördenübergreifenden Präventionsansatz reagiert. Diese Maßnahmen führt die Bundespolizeiinspektion Rosenheim auch 2026 fort.“



