Seniorin in Regenstauf durch Schockanruf um Goldschmuck betrogen

Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

Eine Seniorin aus Regenstauf im Landkreis Regensburg ist am Donnerstag Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden. Unbekannte Täter setzten sie mit einem sogenannten Schockanruf unter erheblichen psychischen Druck. Letztendlich kam es zur Übergabe von Goldschmuck. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt und sucht Zeugen.

Schockanruf: Unbekannte geben sich als Polizisten aus

Am Donnerstagmittag, 23.07.2026, gegen 12:20 Uhr meldete sich ein angeblicher Polizeibeamter telefonisch bei der Geschädigten. Er schilderte, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Zudem habe die Tochter nach dem Unfall Fahrerflucht begangen und befinde sich aufgrund ihres psychischen Ausnahmezustands mittlerweile in einem Krankenhaus.

Um eine Entlassung der Tochter zu ermöglichen, müsse ein Betrag von 50.000 Euro als Kaution hinterlegt werden. Im weiteren Verlauf hielten die Täter die Seniorin über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Stunden nahezu ununterbrochen am Telefon und versetzten sie dabei wiederholt in Warteschleifen. Dadurch verhinderten sie, dass die Geschädigte Rücksprache mit Angehörigen oder der Polizei halten konnte.

Übergabe von Goldschmuck an unbekannten Abholer

Gegen 14:00 Uhr erschien schließlich ein unbekannter Abholer in der Mozartstraße in Regenstauf. Die Seniorin übergab dem Mann Goldschmuck. Anschließend entfernte sich der Täter in unbekannte Richtung.

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Der noch unbekannte Abholer wird wie folgt beschrieben:

  • männlich
  • ca. 30 Jahre alt
  • ca. 160 cm groß
  • mitteleuropäische Erscheinung
  • Brillenträger
  • helle Bekleidung, trug eine Cap

Polizei warnt vor Betrugsmasche und sucht Zeugen

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Ermittlungen wegen Betrugs übernommen und bittet Zeugen sich unter der Telefonnummer 0941/506-2888 zu melden. Jede Beobachtung kann von Bedeutung sein.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und gibt folgende Tipps:

  • Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
  • Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben.
  • Weder Polizei noch Justiz werden Sie jemals telefonisch auffordern, Geld zu überweisen!
  • Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!
  • Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen – bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!
  • Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!
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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.