Nach dem tödlichen Angriff eines Tigers auf einen 23-Jährigen in Großbritannien steht US-Präsident Donald Trump massiv in der Kritik. Er verbreitete zunächst Aufnahmen des Angriffs und veröffentlichte anschließend ein KI-generiertes Video, in dem er selbst einen Tiger bezwingt. Ein britischer Politiker wirft Trump vor, das Opfer und dessen Familie zu verhöhnen.
Der 23-jährige William Chapman war am Samstag (10. Oktober) im Yorkshire Wildlife Park nahe Doncaster in ein Tigergehege gelangt. Das Tier griff den jungen Mann an und verletzte ihn tödlich. Wenige Tage später teilte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social ein Video des Angriffs mit dem Kommentar, man solle sich niemals mit der Natur anlegen.

Anschließend veröffentlichte der US-Präsident einen mit Künstlicher Intelligenz erstellten Clip, in dem er selbst mit einem Tiger ringt, das Tier schließlich umarmt und mit ihm für die Kamera posiert. Das Video ist mit dem Lied „The Lion Sleeps Tonight“ unterlegt.
Britischer Politiker wirft Trump Verhöhnung des Opfers vor
Der Bürgermeister der Region South Yorkshire, Oliver Coppard, kritisierte das Verhalten des US-Präsidenten scharf. Trump nutze Künstliche Intelligenz, um den tödlichen Vorfall und das Leid der Angehörigen für einen billigen Lacher zu verspotten, erklärte der Politiker. Er forderte die Öffentlichkeit auf, die Aufnahmen nicht weiterzuverbreiten.
Ob Trump mit dem KI-Video tatsächlich beabsichtigte, den Verstorbenen zu verhöhnen, ist nicht bekannt. Die zeitliche Abfolge der Veröffentlichungen und die Ähnlichkeiten zwischen den Szenen sorgten jedoch für erhebliche Kritik.
Familie des 23-Jährigen tief erschüttert
Besonders schwer trifft die Verbreitung der Videos die Familie des Verstorbenen. Die Angehörigen erklärten, dass die im Internet kursierenden Aufnahmen ihnen zusätzlichen schweren seelischen Schmerz zufügten. Sie baten eindringlich darum, die Bilder nicht weiterzuverbreiten.
Die Familie beschrieb William Chapman als intelligenten, warmherzigen jungen Mann. Er habe seit mehreren Jahren unter erheblichen psychischen Problemen gelitten. Welche Umstände dazu führten, dass er das Tigergehege betrat, ist weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.
Der Yorkshire Wildlife Park blieb nach dem Vorfall zunächst geschlossen. Der beteiligte Tiger soll nicht eingeschläfert werden.

