Ein verheerender Großbrand hat am Donnerstagabend ein landwirtschaftliches Anwesen bei Ried im Landkreis Aichach-Friedberg schwer getroffen. Ein Schweinestall sowie eine angrenzende Lagerhalle wurden vollständig zerstört. Rund 1.600 Schweine kamen nach bisherigen Erkenntnissen in den Flammen ums Leben. Etwa 250 Einsatzkräfte waren vor Ort. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.
Der Brand war gegen 19.35 Uhr ausgebrochen. Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stieg eine massive schwarze Rauchsäule über dem Anwesen auf, die weithin sichtbar war. Aufgrund des Ausmaßes wurden zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung alarmiert. Der Einsatz wurde unter dem Stichwort „Brand 4“ geführt.
Durchzündung nach rund 25 Minuten – kein Innenangriff mehr möglich
Die Feuerwehr begann umgehend mit umfangreichen Löscharbeiten. Nach rund 25 Minuten verschärfte sich die Situation jedoch erheblich. Der Rauch verfärbte sich braun, anschließend kam es zu einer Durchzündung. Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.
Hohe Flammen schlugen aus den Gebäuden, während sich die Rauchsäule weiter vergrößerte. Im betroffenen Schweinestall befanden sich nach Angaben der Polizei zu diesem Zeitpunkt etwa 1.600 Tiere. Nach bisherigen Erkenntnissen konnten sie nicht mehr gerettet werden und verendeten in den Flammen.
Auch eine angrenzende Lagerhalle, in der Getreide und Soja gelagert waren, wurde vollständig durch das Feuer zerstört.
Getreidesilo kann vor den Flammen gerettet werden
Ein weiteres Übergreifen des Feuers konnten die Einsatzkräfte verhindern. Unter anderem gelang es, ein Getreidesilo auf dem Gelände vor den Flammen zu schützen.
Der Schweinestall und die bereits brennende Lagerhalle waren dagegen nicht mehr zu retten. Die Einsatzkräfte ließen die Gebäude kontrolliert abbrennen, wie Kreisbrandrat Christian Happach gegenüber Medienvertretern erklärte.
Eine besondere Herausforderung stellte zunächst die Lage der Einsatzstelle dar. Die Feuerwehr musste sich einen Weg durch die umliegenden Felder zum Brandort schaffen. Gleichzeitig bestand die Gefahr, dass sich das Feuer auf die landwirtschaftlichen Flächen ausbreitet. Dies konnte verhindert werden. Probleme mit der Wasserversorgung gab es trotz des großen Löschwasserbedarfs nicht.
THW rückt mit schwerem Gerät an
Im Laufe des Abends wurden immer weitere Kräfte nachalarmiert. Neben zahlreichen Feuerwehren waren ehrenamtliche Schnelleinsatzgruppen des Bayerischen Roten Kreuzes vor Ort. Sie sicherten die Löscharbeiten ab und kümmerten sich unter anderem um die Versorgung der Einsatzkräfte.
Auch das Technische Hilfswerk aus Friedberg und Augsburg rückte mit schwerem Berge- und Räumgerät an. Mit einem Bagger sollen Gebäudereste eingerissen werden, damit die Einsatzkräfte verbliebene Glutnester erreichen und vollständig ablöschen können.
Die Lösch- und Nachlöscharbeiten sollten sich bis weit in die Nacht hineinziehen.
Polizeihubschrauber und Drohne unterstützen Einsatz
Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde auch ein Polizeihubschrauber aus München eingesetzt. Dieser lieferte Aufnahmen aus der Luft. Zusätzlich kam eine Drohne zum Einsatz, um das Ausmaß des Brandes und mögliche Gefahrenstellen aus der Luft zu überblicken.
Auch Vertreter von Polizei und Politik machten sich vor Ort ein Bild von der Lage. Unter anderem kamen der Leiter der Polizeiinspektion Friedberg, Karl Schreiner, Landrat Dr. Marc Sturm sowie der Bürgermeister der Gemeinde Ried zur Einsatzstelle. Zudem war der Kriseninterventionsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes vor Ort.
Insgesamt waren nach ersten Angaben rund 250 Einsatzkräfte an dem Großeinsatz beteiligt.
Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache
Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, konnte zunächst nicht beziffert werden. Angesichts der vollständig zerstörten Gebäude, der eingelagerten Waren und der großen Zahl verendeter Tiere dürfte der Schaden jedoch erheblich sein.
Als mögliche Brandursache steht nach ersten Informationen ein technischer Defekt im Raum. Die genaue Ursache ist bislang nicht geklärt. Die weiteren Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei.
Trotz des enormen Ausmaßes des Feuers wurden nach bisherigen Erkenntnissen keine Menschen verletzt.


















