Welches Motoröl schützt den Motor bei Temperaturschwankungen und Kaltstarts im Augsburger Herbst?

Presse Augsburg
7 Minuten Lesezeit

Mit dem Herbst verändern sich die Bedingungen, unter denen der Motor arbeitet, spürbar. Wer in Augsburg und Umgebung regelmäßig unterwegs ist, kennt die Situation: kalte Morgen, mildere Nachmittage, feuchte Luft und häufig kurze Fahrstrecken im Alltag. Für das Motoröl bedeutet diese Kombination eine andere Art von Belastung als im Sommer. Nicht die Hitze steht im Vordergrund, sondern der Kaltstart, die Temperaturschwankung und die Feuchtigkeit im System. Ein passendes Motoröl für viele Fahrzeugmodelle findet sich unter pkwteile.de wobei die Auswahl stets anhand der folgenden Kriterien erfolgen sollte.

Warum Motoröl im Herbst besonders belastet wird

Vier Faktoren wirken in dieser Jahreszeit zusammen und erhöhen die Anforderungen an das Motoröl:

  • Kalter Motorstart am Morgen: Bei niedrigen Temperaturen ist Motoröl deutlich zähflüssiger als im warmen Zustand. In den ersten Sekunden nach dem Start muss die Ölpumpe das Öl durch enge Kanäle und Lagerstellen befördern, bevor ein vollständiger Schmierfilm aufgebaut ist. Nach Angaben aus der SAE J300 Norm, die die Viskositätsklassifikation von Motorölen international regelt, wird die Pumpfähigkeit bei Tieftemperatur (Cold Cranking Simulator, CCS) exakt geprüft. Für ein Öl der Klasse 0W liegt die Prüftemperatur bei minus 35 Grad Celsius, für 5W bei minus 30 Grad Celsius und für 10W bei minus 25 Grad Celsius. Diese Werte zeigen, wie unterschiedlich Öle mit verschiedenen W-Klassen auf Kälte reagieren. Ergänzend dazu wird im sogenannten Mini-Rotary-Viscometer-Test (MRV) die Grenztemperatur bestimmt, bei der das Öl gerade noch pumpfähig bleibt, ohne dass die Ölpumpe beim Start Luft ansaugt. Auch dieser Grenzwert fällt bei niedrigeren W-Klassen deutlich günstiger aus als bei höheren.
  • Starke Temperaturschwankungen: Im mitteleuropäischen Herbst können Nachttemperaturen unter 5 Grad Celsius fallen, während tagsüber noch Werte von 15 bis 18 Grad Celsius erreicht werden. Der Motor durchläuft dadurch innerhalb weniger Stunden mehrfach den Übergang von kalt zu betriebswarm und wieder zurück. Diese wiederholten Temperaturwechsel beanspruchen sowohl das Öl als auch Dichtungen und Materialien im Motor.
  • Feuchtigkeit und Kondenswasser: Kühle Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft. Wird der Motor nicht ausreichend lange betrieben, um Betriebstemperatur zu erreichen, kann sich Kondenswasser im Kurbelgehäuse ansammeln, anstatt zu verdampfen. Dieses Wasser vermischt sich mit dem Öl und kann dessen Schmiereigenschaften beeinträchtigen.
  • Kurzstrecken ohne vollständige Erwärmung: Viele Fahrten im Herbst und Winter sind kurz, etwa der Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Ein Verbrennungsmotor erreicht seine reguläre Betriebstemperatur von etwa 90 Grad Celsius bei solchen Strecken häufig gar nicht. Das Motoröl bleibt dadurch länger im kritischen unteren Temperaturbereich, in dem seine Schutzwirkung eingeschränkt ist.

Zur Übersicht dieser vier Belastungsfaktoren dient eine Infografik: Im Zentrum ist ein Motorsymbol dargestellt, zu dem vier Pfeile führen. Jeder Pfeil ist einem Faktor zugeordnet, dargestellt durch ein Icon und eine kurze Bezeichnung: ein Thermometer mit Zündschlüssel für den kalten Motorstart am Morgen, ein Sonne-Mond-Symbol für starke Temperaturschwankungen, ein Wassertropfen mit Dunstschweif für Feuchtigkeit und Kondenswasser sowie ein Fahrzeug auf einer Straße für Kurzstrecken ohne vollständige Erwärmung. 

Die Grafik fasst die im Text beschriebenen Ursachen visuell zusammen und eignet sich als schneller Überblick für Leser, die die Zusammenhänge auf einen Blick erfassen möchten.

- Anzeige -

Was die Viskositätsklasse mit dem Herbst zu tun hat

Motoröl wird nach der SAE J300 Klassifikation eingeteilt, erkennbar an Bezeichnungen wie 0W-30, 5W-30 oder 5W-40. Die erste Zahl vor dem W beschreibt das Kaltstartverhalten, die zweite Zahl die Viskosität bei hoher Betriebstemperatur. Für den Herbst und die kälteren Monate ist vor allem die erste Zahl relevant. Ein Öl der Klasse 0W bleibt bei niedrigen Temperaturen deutlich fließfähiger als ein Öl der Klasse 10W oder 15W und erreicht die Schmierstellen im Motor beim Kaltstart schneller.

Die Auswahl darf jedoch ausschließlich innerhalb der vom Fahrzeughersteller freigegebenen Spezifikationen erfolgen. Die verbindlichen Angaben dazu finden sich im Fahrzeugschein und im Betriebshandbuch. Stehen mehrere freigegebene Viskositätsklassen zur Auswahl, kann bei überwiegend kurzen Fahrten und häufigen Kaltstarts im Herbst und Winter die kältere W-Klasse sinnvoll sein.

So wählen Sie das passende Motoröl für den Augsburger Herbst

Zunächst sind die Herstellerangaben im Fahrzeugschein oder Handbuch zu prüfen, da sie die verbindliche Grundlage jeder Auswahl bilden. Stehen mehrere freigegebene Viskositäten zur Verfügung, ist bei häufigen Kurzstrecken und Kaltstarts eine Klasse mit niedrigerer W-Zahl vorteilhaft, etwa 0W oder 5W anstelle von 10W oder 15W, sofern beide Varianten freigegeben sind.

Wie erkennt man aber, ob das aktuell verwendete Öl den Anforderungen der Jahreszeit noch gerecht wird? Die folgende Übersicht zeigt typische Anzeichen aus dem Herbstbetrieb und ordnet ihnen die wahrscheinlichste Ursache zu:

Anzeichen

Mögliche Ursache

Verzögerter Ölfluss beim Kaltstart, erkennbar an kurzem Klappern

Öl noch zu zähflüssig oder falsche Viskositätsklasse für die Temperatur

Milchige, helle Verfärbung am Ölmessstab

Kondenswasser hat sich mit dem Öl vermischt

Erhöhter Kraftstoffverbrauch bei Kurzstrecken

Motor erreicht Betriebstemperatur nicht regelmäßig

Ölstand sinkt trotz weniger gefahrener Kilometer

Mögliche Undichtigkeit oder ungünstige Verbrennungsbedingungen im Kaltbetrieb

Zeigt sich eines dieser Anzeichen, ist neben einer Prüfung in der Werkstatt auch die Ölwahl selbst zu überdenken. Unabhängig davon gilt für den Herbst grundsätzlich: Der Ölstand sollte regelmäßiger kontrolliert werden, insbesondere nach längeren Standzeiten, und die vom Hersteller vorgegebenen Ölwechselintervalle sind einzuhalten, da durch Kondenswasser und Kaltstarts beanspruchtes Öl seine Schutzfunktion schneller verlieren kann als unter gleichmäßigeren Bedingungen.

- Advertisement -

Fazit für den Augsburger Herbst

Der Herbst stellt den Motor vor andere Herausforderungen als der Sommer. Kaltstarts, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit wirken zusammen und erhöhen die Anforderungen an das Motoröl, insbesondere bei Fahrzeugen, die überwiegend im Stadtverkehr und auf kurzen Strecken bewegt werden. Eine bewusste Auswahl innerhalb der freigegebenen Herstellerspezifikationen, verbunden mit regelmäßiger Kontrolle des Ölstands, trägt dazu bei, den Motor auch in der kälteren Jahreszeit zuverlässig zu schmieren. Wer diese Punkte beachtet, verringert das Risiko von Verschleiß durch unzureichende Schmierung in den ersten Betriebsminuten und schafft gute Voraussetzungen für den bevorstehenden Winter.

Diesen Artikel teilen
Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.