Im Zoo Augsburg arbeiten Fachkräfte aus Tierpflege, Tiermedizin, Biologie, Handwerk und Pädagogik gemeinsam für Tierwohl, Forschung und Artenschutz. Das zeigen das neue Wasserbüffelgehege, eine laufende Elefanten-Studie und das Beweidungsprojekt mit Przewalskipferden im Augsburger Stadtwald.
Wasserbüffelgehege als Gemeinschaftsprojekt
Das neue Wasserbüffelgehege entstand unter Beteiligung mehrerer Abteilungen. Tierpfleger entwickelten die Anlage gemeinsam mit Kuratoren und Inspektoren entsprechend den Bedürfnissen der Tiere. Handwerker errichteten einen Unterstand für Besucher, die Zoopädagogik gestaltete Informationstafeln.
Auch Kinder aus einem Ferienprogramm wirkten mit: Sie bauten und bemalten Kästen für die Striegel der Wasserbüffel.
Nach Angaben des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) schaffen dessen Mitgliedszoos mehr als 7.000 Arbeitsplätze im deutschsprachigen Raum. Zu den Aufgabenfeldern zählen neben der Tierpflege unter anderem Tiermedizin, Forschung, Gärtnerei, Haustechnik, Verwaltung, Gastronomie und Bildungsarbeit.
Rund 12.000 Teilnehmer an Bildungsangeboten
Im vergangenen Jahr nahmen laut Zoopädagoge Maximilian Fuchs etwa 12.000 Menschen an Schulführungen, Ferienprogrammen und weiteren pädagogischen Angeboten des Zoo Augsburg teil. In den 71 VdZ-Zoos werden jährlich mehr als 170.000 spezielle Bildungsangebote mit rund 1,2 Millionen Teilnehmenden durchgeführt.
Elefantenurin für die Stammzellenforschung
Der Zoo Augsburg beteiligt sich zudem an einer Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Untersucht wird die Gewinnung induzierter pluripotenter Stammzellen von Elefanten aus Urin. Dafür stellt der Zoo Urinproben seiner Elefanten bereit. Aus diesen konnten den Angaben zufolge bereits erfolgreich Stammzellen entwickelt werden. Die Forschungsarbeiten dauern an.
Przewalskipferde im Augsburger Stadtwald
Ein weiteres Kooperationsprojekt läuft in den lichten Kiefernwäldern nahe der Königsbrunner Heide im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg. Dort arbeiten die Umweltstation Augsburg, der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg und der Zoo Augsburg zusammen.
Seit 2007 werden Przewalskipferde als natürliche Landschaftspfleger eingesetzt. Zugleich unterstützt das Projekt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für die gefährdeten Wildpferde. Junge Hengste sollen dort wichtige Verhaltensweisen für ihr späteres Zusammenleben mit einer Stutengruppe lernen.
Nach Angaben des VdZ investierten seine Mitgliedszoos in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 59 Millionen Euro in Natur- und Artenschutzprojekte. In gemeinsamen Projekten würden jährlich rund 500 Tiere aus etwa 20 gefährdeten Arten in Europa sowie mehr als 230.000 Insekten, Amphibien und Fische ausgewildert.

