Fast 30 Projekte aus Pfarreien, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen sind in Kaufbeuren mit der Laudato-si-Plakette des Bistums Augsburg ausgezeichnet worden. Die Initiativen reichen von Naturschutz und erneuerbaren Energien bis zu sozialem Engagement und Bildungsangeboten.
Die Ehrung fand im Pfarrzentrum St. Peter und Paul statt. Angelika Maucher, Leiterin des Bischöflichen Seelsorgeamts, überreichte die Plaketten an die Verantwortlichen. Rund 50 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. Maucher würdigte den Einsatz zur Bewahrung der Schöpfung und betonte, dass die Initiativen Menschen über Generationen und Nationen hinweg verbinden.
Die Laudato-si-Plakette wird seit 2022 vergeben und 2026 damit zum fünften Mal verliehen. In den vergangenen fünf Jahren wurden insgesamt 252 Plaketten vergeben. Die Auszeichnungen orientieren sich an sieben Themenfeldern, darunter der Hilferuf der Erde und der Armen, ökologische Ökonomie, ein nachhaltiger Lebensstil, ökologische Bildung, ökologische Spiritualität sowie die Resilienz und Stärkung der Gemeinschaft.
Auszeichnungen für Naturschutz und Nachhaltigkeit
Im Themenfeld „Hilferuf der Erde“ wurden der SchöpfungsGarten des Exerzitienhauses St. Paulus in Leitershofen, Blumen- und Kräutertröge der Stadtpfarrei St. Johannes Baptist in Pfaffenhofen an der Ilm, eine Saatgut-Bücherei in Steingaden sowie der neu gestaltete Pfarrpfründegarten der Pfarrei St. Leonhard in Unterliezheim ausgezeichnet.
Für den „Hilferuf der Armen“ erhielt der Verein HOFFNUNGSSTERN – Uganda-Freunde aus Buxheim die Plakette. Der Verein engagiert sich in Uganda für schulische und berufliche Ausbildung, medizinische Versorgung und landwirtschaftliche Entwicklung. Auch die diözesane Eröffnung der Misereor-Fastenaktion durch die Katholische Landvolkbewegung und die Erzabtei St. Ottilien wurde geehrt.
Zur ökologischen Ökonomie zählen das monatliche Reparaturcafé der Caritas-Nachbarschaftshilfe „Wir füreinander“ in Karlshuld, eine Photovoltaikanlage mit 98 Kilowatt-Peak und drei E-Ladeplätze am Exerzitienhaus in Leitershofen sowie der Ausbau der Sonnenenergie beim Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg. Dort beträgt die installierte Photovoltaikleistung am Hauptstandort rund 1750 Kilowatt-Peak, über alle bayerischen Standorte hinweg sind es mehr als 2000 Kilowatt-Peak.
Im Themenfeld „Aufnahme eines nachhaltigen Lebensstils“ wurden das müllarme Sommerfest des Kindergartens St. Simpert in Augsburg, Gemüseanbauprojekte von Regens Wagner Dillingen, ein pastorales Konzept zum Umgang mit Grabkreuzen in Altusried-Frauenzell sowie der nachhaltige Umgang mit der Schöpfung in der Kindertagesstätte St. Georg in Stätzling ausgezeichnet.
Bildung, Spiritualität und Gemeinschaft
Zur ökologischen Bildung gehören die Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken unter dem Titel „Gemeinsam für Gottes Schöpfung“, eine Livekamera mit Wanderfalken der Pfarrei St. Ulrich und Afra in Augsburg, das Projekt „Hoffnung schafft Klima“ der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren, die Ausstellung „Mit Volldampf in die Katastrophe?“ der Pfarreiengemeinschaft Lechrain und des Umweltteams der Pfarrei St. Stephan in Mindelheim sowie der Klimatreff der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf.
Im Bereich der ökologischen Spiritualität wurden die Website „800 Jahre Franz und Clara von Assisi“ der Fachstelle Geistliches Leben der Diözese Augsburg und des ökumenischen Arbeitskreises „gemeinsam.franziskanisch.inspiriert“ sowie ein Festkonzert des Basilikachors St. Ulrich und Afra in Augsburg ausgezeichnet.
Weitere Plaketten gingen an das Café Schülertreff des BDKJ in der Stadt Augsburg, das Freiwilligenzentrum Augsburg, die Aktion „Stromgeräte für die Ukraine“ des Kolping-Bezirksverbands Augsburg, den Demokratietag 2025 der Pfadfinderinnenschaft St. Georg, das Projekt „Un-Sicherheit“ der Fokolar-Bewegung, den Kinderhort Maria Hilf in Stadtbergen und die Aktion „Compassion im Advent“ der Jugendstelle Weißenhorn.
Rahmenprogramm in Kaufbeuren
Zum Rahmenprogramm gehörte ein Impuls des Kaufbeurer Unternehmers Martin Sandler zum Temperieren von Kirchen und Pfarrheimen. Am Nachmittag konnten die Gäste den Klosterberggarten der Crescentiaschwestern besichtigen, der bereits 2025 mit der Laudato-si-Plakette ausgezeichnet worden war.
Die Plakette wird sowohl an Projekte vergeben, die für den diözesanen Schöpfungspreis nominiert sind, als auch an Einzelinitiativen. Das Konzept geht auf eine diözesane Koordinierungsgruppe zurück, die sich 2020 zusammenfand.

