Spott über Audi-Chef Gernot Döllner: Nach Trump-Auftritt kursieren bereits Ideen für Entschuldigungs-Aufkleber

Presse Augsburg
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Der gemeinsame Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung sorgt nicht nur für scharfe Kritik aus Politik und Gewerkschaften. Auch im Internet wird der Vorstandsvorsitzende inzwischen verspottet. Dabei taucht eine Idee auf, die bereits Tesla-Fahrer nach den politischen Eskapaden von Elon Musk nutzten: Aufkleber, mit denen sich Autobesitzer von ihrem eigenen Hersteller distanzieren.

Audi-Chef Gernot Döllner hat mit seinem Auftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump eine heftige Debatte ausgelöst. Während Gewerkschaftsvertreter und Politiker dem Manager vorwerfen, sich für den amerikanischen Wahlkampf instrumentalisieren zu lassen, nimmt die Diskussion im Internet zunehmend satirische Züge an. In sozialen Netzwerken wird bereits darüber diskutiert, ob Audi-Fahrer künftig ähnliche Aufkleber auf ihren Fahrzeugen anbringen könnten wie zuvor manche Tesla-Besitzer. Die Botschaft: Das Auto wurde gekauft, bevor sich der Unternehmenschef politisch auf eine Weise positionierte, mit der sich der Besitzer nicht identifizieren möchte.

„I bought this Audi before Gernot went MAGA“

Ein Kommentar auf LinkedIn bringt die Stimmung unter manchen Kritikern auf den Punkt. Dort wird gefragt, ob es nun auch Aufkleber mit der Aufschrift „I bought this before Döllner went MAGA“ geben werde. Auch das Hamburger Tagesjournal griff die Idee bereits mit einer satirischen Anspielung auf: „I bought this AUDI before Gernot went crazy“. Die Formulierungen erinnern an die Aufkleber, mit denen sich Tesla-Besitzer von Elon Musk distanzierten. Nach dessen zunehmend umstrittenen politischen Auftritten verbreiteten sich Botschaften wie „I bought this before Elon went crazy“. Nun könnte ausgerechnet Audi mit einer ähnlichen Entwicklung konfrontiert werden. Während Tesla-Besitzer damit ihren Unmut über Musk ausdrückten, richtet sich die Kritik bei Audi gegen den öffentlichen Auftritt des Vorstandsvorsitzenden mit Trump.

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Dass die Idee bereits in sozialen Netzwerken und Medien aufgegriffen wird, zeigt, wie schnell sich die Diskussion vom eigentlichen Anlass auf das Image der Automarke ausweitet. Ob entsprechende Audi-Aufkleber bereits in größerem Umfang verkauft oder tatsächlich auf Fahrzeugen verwendet werden, ist bislang allerdings nicht belegt.

Auftritt bei Trump-Wahlkampf sorgt für Empörung

Auslöser der Debatte ist Döllners Teilnahme an einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump im US-Bundesstaat Georgia. Dort wurde der geplante Bau eines neuen Audi-Werks angekündigt. Der Autobauer will rund vier Milliarden Dollar investieren und künftig jährlich bis zu 200.000 SUV in den USA produzieren. Kritisiert wird dabei weniger die Investition selbst als vielmehr der Rahmen der Bekanntgabe. Döllner trat bei einer politischen Wahlkampfveranstaltung gemeinsam mit Trump auf und bedankte sich öffentlich für dessen Unterstützung. Die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, bezeichnete den Auftritt als politisch inakzeptabel. Auch VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo übte scharfe Kritik und warf Döllner vor, sich zum Teil einer politischen Inszenierung gemacht zu haben.

Zusätzlich steht die Frage im Raum, ob der Auftritt mit den konzerninternen Regeln zur politischen Neutralität vereinbar war.

Wenn das Verhalten des Chefs zum Imageproblem wird

Die Parallelen zum Fall Tesla sind bemerkenswert. Auch dort wurde die öffentliche Wahrnehmung der Marke zunehmend von den politischen Äußerungen und Auftritten ihres Unternehmenschefs beeinflusst. Einige Besitzer reagierten mit Aufklebern, um deutlich zu machen, dass der Kauf ihres Fahrzeugs keine Zustimmung zu dessen politischen Positionen bedeutet. Bei Audi ist die Situation noch eine andere. Während Elon Musk über einen längeren Zeitraum mit politischen Stellungnahmen für Diskussionen sorgte, konzentriert sich die aktuelle Kritik an Gernot Döllner bislang vor allem auf seinen Auftritt bei der Trump-Veranstaltung.

Dennoch verdeutlichen die ersten satirischen Reaktionen, wie rasch das Verhalten eines Vorstandsvorsitzenden auf eine gesamte Automarke zurückfallen kann. Ausgerechnet Audi, das sich traditionell als Premiumhersteller mit einem hohen Anspruch an sein Markenimage positioniert, sieht sich nun mit einer Debatte konfrontiert, bei der nicht Technik, Design oder Qualität im Mittelpunkt stehen, sondern die politische Wirkung seines Chefs.

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Ob aus den ersten Aufkleber-Ideen tatsächlich ein breiterer Trend unter Audi-Besitzern wird, bleibt abzuwarten. Der Spott im Netz hat jedenfalls bereits begonnen.

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