In Straubing wurde ein 84-jähriger Mann Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Am 10. Juli 2026 übergab er einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag an einen unbekannten Abholer. Die Kriminalpolizei sucht nach Zeugen, die Hinweise auf den Vorfall geben können.
Hintergrund des Betrugs
Der Vorfall ereignete sich gegen 18.20 Uhr, als der ältere russische Herr einen Anruf von einer Frau erhielt, die sich als seine Tochter ausgab. In einem weinenden Ton gab sie an, einen schweren Verkehrsunfall gehabt zu haben. Im weiteren Verlauf des Anrufs kamen eine vermeintliche Krankenschwester und ein angeblicher Herr Müller von der Kriminalpolizei zu Wort. Der falsche Polizist behauptete, die Tochter und ihr Ehemann hätten eine rote Ampel überfahren und dabei eine schwangere Frau erfasst, deren ungeborenes Kind ums Leben kam.
Geldübergabe und Verdacht
Der vermeintliche Polizist forderte den Senior auf, Geld zu zahlen, um seinen Schwiegersohn vor dem Gefängnis zu bewahren. Der Mann übergab daraufhin gegen 20.00 Uhr den Betrag an seiner Wohnung an einen bislang unbekannten Mann. Aufgrund der Anweisung, nicht ins Krankenhaus zu fahren, wurde der Senior misstrauisch und erkannte den Betrug. Alle Gespräche fanden in russischer Sprache statt.
Zeugenaufruf der Polizei
Derzeit sind nur wenige Informationen zu dem unbekannten Abholer vorhanden: Er ist etwa 25-30 Jahre alt, 180 cm groß, hat schwarze, nach hinten gegelte Haare und trug ein T-Shirt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise zu dem Abholer, verdächtigen Personen oder Fahrzeugen in der Umgebung der Uferstraße, Donaugasse oder Stadtgraben. Hinweise können der Polizeiinspektion Straubing unter 09421/868-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle gemeldet werden.
Auf den aktuellen Warnhinweis bezüglich der Häufung von Callcenterbetrugsdelikten, bei denen die Täter gezielt russischsprachige Personen kontaktieren, wird weiterhin aufmerksam gemacht.

