Bei der routinemäßigen Beprobung der Badeseen im Landkreis Aichach-Friedberg am 23. Juni 2025 wurde am Oberacher See bei Rehling im Uferbereich die Blaualgenart Tychonema nachgewiesen. Das Landratsamt rät deshalb vom Baden mit Kleinkindern und Hunden ab. Für erwachsene Badegäste und Wassersportler besteht hingegen keine akute Gesundheitsgefahr.
Die Situation wird weiterhin genau beobachtet. Eine erneute Beprobung wurde bereits für den heutigen Mittwoch angesetzt. „Sobald die Ergebnisse vorliegen, informieren wir umgehend“, so das Landratsamt.
Keine Gefahr für Schwimmer – aber Vorsicht am Ufer
Die Blaualge Tychonema wächst bevorzugt auf festen Oberflächen wie dem Seegrund, Wasserpflanzen oder angeschwemmtem Treibgut. Dort kann sie sogenannte Anatoxine bilden – Nervengifte, die bei einer hohen Konzentration gesundheitsschädlich wirken. Im freien Wasser kommt Tychonema jedoch nicht vor, sodass Schwimmer und Wassersportler in tieferen Bereichen kaum gefährdet sind. Eine ernsthafte Vergiftung wäre nur durch das Verschlucken großer Mengen der algenhaltigen Teppiche möglich. „Der normale Schwimmer nimmt keine Klumpen vom Seegrund zu sich – Hautkontakt kann allenfalls leichte Irritationen verursachen“, heißt es aus der Behörde.
Kleinkinder und Hunde besonders gefährdet
Besondere Vorsicht gilt allerdings für Kleinkinder und Hunde, da sie sich überwiegend im flachen Uferbereich aufhalten. Dort besteht ein engerer Kontakt zu angeschwemmtem Pflanzenmaterial und möglicherweise unsichtbaren Tychonema-Teppichen. Zudem neigen Kinder und Hunde dazu, Dinge in den Mund oder ins Maul zu nehmen. „Selbst wenn keine Teppiche sichtbar sind, sollten Kinder und Hunde weder aus dem See trinken noch Treibgut aufnehmen“, warnt das Landratsamt. Das Nervengift Anatoxin A kann bei Aufnahme in hoher Konzentration zu Krämpfen, Lähmungen und im schlimmsten Fall zum Atemstillstand führen.
Erstnachweis 2019 – Entwicklung wird weiterhin beobachtet
Die erstmals 2019 im Mandichosee entdeckte Blaualgengattung ist bislang selten, wird jedoch in den vergangenen Jahren häufiger an bayerischen Seen nachgewiesen. Das Landratsamt Aichach-Friedberg verfolgt die Entwicklung genau und wird über weitere Maßnahmen informieren, sollte sich die Situation am Oberacher See verschärfen. Bis dahin gilt: Für Kinder und Hunde ist derzeit besondere Vorsicht geboten.





