Mit einer besonderen Ehrung wurde der renommierte Schauspieler Klaus Müller für seine Verdienste am Theater gewürdigt. Nach der Premiere von Mord im Orientexpress am Staatstheater Augsburg überreichte ihm Oberbürgermeisterin Eva Weber am Donnerstagabend die Auszeichnung zum Bayerischen Kammerschauspieler. Kunstminister Markus Blume gratulierte herzlich und würdigte Müllers herausragende künstlerische Leistung:
“Klaus Müller ist weit mehr als ein herausragender Schauspieler – er ist eine prägende Figur der Augsburger Kulturlandschaft. Seit fast 30 Jahren bringt er die großen Rollen der Weltliteratur mit Scharfsinn, Präzision und unnachahmlicher Sprachkunst auf die Bühne. Ob als tragischer Held oder gewitzter Komödiant – er begeistert, berührt und bleibt im Gedächtnis.”
Doch Müller ist nicht nur ein außergewöhnlicher Bühnenkünstler. Als Cartoonist und Illustrator unterhält er auch abseits der Bühne. Zudem gibt er sein Wissen als Lehrbeauftragter für Rhetorik und Körpersprache an Nachwuchstalente weiter. Blume betonte: “Ein Künstler, der sein Publikum mitreißt und seine Stadt bereichert. Ich freue mich sehr, Klaus Müller in den erlesenen Kreis der Bayerischen Kammerschauspieler aufzunehmen.”
Die Ehrung zum Bayerischen Kammerschauspieler
Die Auszeichnung zum Bayerischen Kammerschauspieler wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag des Staatstheaters Augsburg verliehen. Voraussetzung sind herausragende künstlerische Leistungen sowie eine mindestens fünfjährige Zugehörigkeit zum Staatstheater Augsburg – sei es als festes Ensemblemitglied oder durch regelmäßige Gastauftritte.
Ein beeindruckender künstlerischer Werdegang
Klaus Müller, 1961 in Bad Hersfeld geboren, begann seine akademische Laufbahn zunächst in einer ganz anderen Disziplin: Er studierte Katholische Theologie in Fulda und München. Doch seine wahre Leidenschaft führte ihn schließlich ans Max-Reinhardt-Seminar in Wien, wo er Schauspiel und Regie studierte. Bereits während seiner Ausbildung wurde er ans Wiener Burgtheater engagiert, später folgten Stationen in Coburg, Halle (Saale) und bei den Salzburger Festspielen. Neben seiner Schauspielkarriere ist Müller auch als Illustrator und Cartoonist tätig.
Seit 1996 gehört er zum festen Ensemble des Staatstheaters Augsburg, wo er sich mit einer beeindruckenden Bandbreite an Rollen einen Namen gemacht hat. Er verkörperte unter anderem Robespierre, Woyzeck, Peer Gynt, Mercutio, König Claudius, Prospero und viele weitere bedeutende Figuren der Theatergeschichte. Besonders bemerkenswert ist seine Vielseitigkeit: Ob Tragödie, Komödie oder modernes Theater – Müller brilliert in jedem Genre.
Große Rollen und neue Herausforderungen
Auch in den kommenden Spielzeiten bleibt Müller dem Staatstheater Augsburg erhalten. 2024 und 2025 ist er unter anderem zu sehen als:
Kardinal Faulhaber (Die Jüdin und der Kardinal)
Doktor Strawinski (Meister und Margarita)
Monsignore O’Hara (Sister Act)
Koch (Mutter Courage)
Roswitha (Effi, Ach, Effi Briest)
Besonders im Fokus steht seine aktuelle Rolle als Hercule Poirot in der Theateradaption von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“.
Anerkennung für herausragende Leistungen
Müllers schauspielerische Brillanz blieb nicht unbeachtet. Bereits 2006 erhielt er den Augsburger Theaterpreis für seine Rolle in Sein oder Nichtsein, 2010 folgte eine weitere Auszeichnung für Herr Puntila und sein Knecht Matti.
Mit der Ernennung zum Bayerischen Kammerschauspieler wird nun sein jahrzehntelanges Engagement für die Theaterlandschaft offiziell gewürdigt – eine hochverdiente Ehre für einen Künstler, der mit Leidenschaft, Talent und Hingabe das Publikum begeistert.


