Johanniter geben Tipps für einen unfallfreien Sommerabend
Sommer, Fußball-WM und lange Abende im Freien. Derzeit treffen sich viele Menschen mit Familie, Freunden oder Nachbarn zum gemeinsamen Grillen und Fußballschauen. Ob im eigenen Garten, auf der Terrasse oder beim Public Viewing – Grill und Fernseher gehören für viele Fans einfach zusammen. Doch wo offenes Feuer, hohe Temperaturen und nicht selten auch Alkohol im Spiel sind, steigt das Risiko für Unfälle.
„Gerade bei geselligen Grillabenden lassen Aufmerksamkeit und Vorsicht manchmal nach. Wer mit offenem Feuer umgeht, sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein, insbesondere wenn Kinder in der Nähe sind oder Alkohol konsumiert wird“, sagt Markus Adler, Bereichsleiter Einsatzdienste, Ausbildung und Bevölkerungsschutz bei den Johannitern.

Jedes Jahr verletzen sich zahlreiche Menschen bei Grillunfällen. Häufige Ursachen sind ein unsicherer Stand des Grills, der Einsatz von Brandbeschleunigern oder unachtsamer Umgang mit heißen Grillrosten und glühender Kohle. Besonders gefährlich sind Spiritus oder andere leicht entzündliche Flüssigkeiten, die auf bereits glühende Kohlen gegeben werden. Dabei können Stichflammen und Verpuffungen entstehen, die schwere Verbrennungen verursachen.
Damit der Grillabend sicher bleibt, empfehlen die Johanniter einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen:
- Den Grill stets auf einer stabilen, ebenen Fläche aufstellen.
- Ausreichend Abstand zu Gebäuden, Bäumen und leicht entzündlichen Gegenständen halten.
- Niemals Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf glühende Kohlen geben.
- Kinder und Haustiere vom Grillbereich fernhalten.
- Einen Eimer Wasser oder andere Löschmöglichkeiten bereithalten.
- Bei Gasgrills regelmäßig Schläuche und Anschlüsse überprüfen.
- Alkohol nur maßvoll konsumieren, insbesondere für die Person, die den Grill bedient.
Kinder besonders schützen
Kinder zählen zu den besonders gefährdeten Personen bei Grillunfällen. Bereits ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann zu schweren Verletzungen führen. Vor allem kleinere Kinder befinden sich häufig auf Höhe des Grillrosts und können durch plötzlich auftretende Flammen oder herunterfallendes Grillgut verletzt werden.
„Kinder sollten sich nicht im unmittelbaren Grillbereich aufhalten. Eine klare Sicherheitszone rund um den Grill hilft dabei, gefährliche Situationen zu vermeiden“, betont Adler.
Erste Hilfe bei Verbrennungen
Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Verbrennung, ist schnelles und richtiges Handeln wichtig. Bei kleineren Verbrennungen kann die betroffene Stelle für etwa zwei Minuten mit handwarmem bis kühlem Leitungswasser gekühlt werden. Eiskaltes Wasser sollte nicht verwendet werden.

Die Johanniter raten außerdem:
- Schmuck, Uhren oder enge Kleidung im Bereich der Verletzung vorsichtig entfernen.
- Die Wunde steril abdecken, beispielsweise mit einem Verbandtuch aus dem Verbandskasten.
- Keine Hausmittel, Salben oder Cremes auf die Verbrennung auftragen.
- Die verletzte Person beruhigen und beobachten.
Wann der Notruf gewählt werden sollte
Bei größeren Verbrennungen oder wenn besonders empfindliche Körperregionen betroffen sind, sollte umgehend professionelle Hilfe angefordert werden.
Den Notruf 112 sollten Betroffene oder Helfende insbesondere wählen bei:
- großflächigen Verbrennungen (größer als die Handfläche der betroffenen Person),
- Verbrennungen im Gesicht,
- Verbrennungen an Händen oder im Genitalbereich,
- Anzeichen von Atembeschwerden,
- Bewusstseinsstörungen oder Kreislaufproblemen.
Fängt Kleidung Feuer, gilt es schnell zu handeln. Die Flammen sollten möglichst erstickt werden, etwa mit einer Decke oder durch Wälzen der betroffenen Person auf dem Boden. Anschließend muss sofort der Notruf alarmiert werden. Feuerlöscher sollten dabei nicht direkt auf Menschen gerichtet werden.
„Ein Grillabend soll Spaß machen und Menschen zusammenbringen. Mit etwas Umsicht, einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und Kenntnissen in Erster Hilfe lassen sich viele Unfälle vermeiden oder ihre Folgen deutlich reduzieren“, sagt Markus Adler.

