Die Trassenführung des Wasserstoffkernnetzes könnte in der Lausitz neu geplant werden. Statt des Verlaufs von Berlin über Rüdersdorf und Eisenhüttenstadt nach Boxberg – die sogenannte Lausitz-Banane – ist ein kürzeres Teilstück über Lauchhammer und den Industriepark Schwarze Pumpe in Diskussion. Das berichtet der Pro-Newsletter Industrie und Handel des Nachrichtenmagazins Politico. Das Brandenburgische Wirtschaftsministerium bestätigte Gespräche über alternative Trassenverläufe.
“Die Lausitz-Banane war gestern, wir haben eine bedeutend kürzere und damit wirtschaftlichere Trasse in die Lausitz zum Knoten Spreetal”, sagte Roland Peine, Technischer Geschäftsführer des Industrieparks Schwarze Pumpe, dem Magazin. Er schlägt vor, eine bestehende und bereits gesicherte Gasleitungstrasse zu nutzen. Dadurch könnten Genehmigungsverfahren vereinfacht und die Leitung schneller gebaut werden. Nach seiner Einschätzung wäre eine Inbetriebnahme innerhalb von drei Jahren möglich.
Hintergrund sind geänderte Planungen in der Region: ArcelorMittal hat den Bau einer wasserstoffbasierten Stahlanlage in Eisenhüttenstadt aufgegeben, auch ein geplantes H2-ready-Kraftwerk von Leag in Jänschwalde wurde gestrichen. Damit fehlen wichtige Abnehmer für die ursprünglich geplante Trasse. In Schwarze Pumpe hingegen stehen mit einem Kraftwerk von Leag und einer Power-to-Liquid-Anlage von Enertrag zwei Projekte bereit, die den Wasserstoffanschluss nutzen würden.
Eine Umplanung ist grundsätzlich möglich, müsste aber von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Die Genehmigung durch die Bundesnetzagentur von 2024 “schließt nicht aus, dass später weitere oder andere Leitungen gebaut werden, wenn entsprechende Bedarfe vorhanden sind”, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums Politico. Aktuell ist ein Anschluss der Region an das Wasserstoffkernnetz nach Angaben der Bundesnetzagentur frühestens 2034 vorgesehen.

