Die SCHUFA gehört zu den bekanntesten Begriffen rund um Kredite und Finanzierung. Gleichzeitig halten sich viele Missverständnisse hartnäckig. So gehen Verbraucherinnen und Verbraucher häufig davon aus, dass jeder Eintrag bei der Auskunftei sich automatisch negativ auswirkt oder bereits bestehende Verbindlichkeiten die Chancen auf einen weiteren Kredit gen null tendieren lassen.
- Welche SCHUFA-Einträge sind für Banken besonders relevant
- Expertenwissen der smava-Berater:
- Was ist der Unterschied zwischen positiven und negativen SCHUFA-Einträgen:
- Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Arten von Informationen unterscheiden:
- Welche Rolle spielen Mahnverfahren und Inkasso-Fälle:
- Sind Kreditanfragen, Girokonten oder bestehende Kredite problematisch:
- Wie können Verbraucher ihre SCHUFA-Auskunft prüfen:
- Nicht jeder SCHUFA-Eintrag ist ein Nachteil
Tatsächlich betrachten Banken SCHUFA-Daten deutlich differenzierter. Nicht jeder Eintrag hat dieselbe Bedeutung für die Kreditentscheidung. Während bestimmte Unregelmäßigkeiten oder Ausfälle im Zahlungsverhalten als relevantes Risiko eingestuft werden können, gehören andere Informationen zu den normalen Bestandteilen einer finanziellen Biografie und können sich je nach Prüfverfahren sogar positiv auf die Kreditentscheidung auswirken.
Im Folgenden erläutern die Kreditberater von smava, welche Rolle die SCHUFA-Prüfung bei der Kreditvergabe spielt, welche Auswirkungen einzelne SCHUFA-Daten auf einen Kreditantrag haben und wie Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv darauf einwirken können, dass ihre Daten bei der Auskunftei ein positives Gesamtbild zeichnen.
Welche SCHUFA-Einträge sind für Banken besonders relevant
Besonders relevant für die Kreditprüfung sind Hinweise auf Zahlungsprobleme oder nicht erfüllte finanzielle Verpflichtungen. Banken interessieren sich vor allem für Informationen, die Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit einer ordnungsgemäßen Rückzahlung zulassen. Dazu gehören insbesondere Störungen in Zahlungsflüssen, verzögerte Zahlungen, Mahnverfahren oder Inkasso-Fälle.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist dabei wichtig zu wissen: Nicht jeder Eintrag bei der SCHUFA wird automatisch negativ bewertet. Entscheidend ist immer die Art der gespeicherten Information und ihr Zusammenhang mit der gesamten finanziellen Situation.
Expertenwissen der smava-Berater:
Eine Bonitätsprüfung erfolgt immer – auch bei Angeboten ohne explizite SCHUFA-Abfrage. Ein vollständig SCHUFA-freier Kredit ist in Deutschland daher nicht realistisch, da die Anbieter gesetzlich zur Prüfung verpflichtet sind.
Was ist der Unterschied zwischen positiven und negativen SCHUFA-Einträgen:
Die SCHUFA speichert nicht ausschließlich negative Informationen.
Viele Einträge dokumentieren zunächst lediglich bestehende Vertragsbeziehungen oder Informationen zum Zahlungsverhalten. Dazu können beispielsweise Girokonten, Kreditkarten, Mobilfunkverträge, Ratenkäufe oder laufende Kredite gehören.
Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Arten von Informationen unterscheiden:
Positive Informationen
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- ordnungsgemäß geführte Girokonten, deren Dispokredit nicht regelmäßig in Anspruch genommen oder ausgeschöpft wird
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- bestehende Kreditkarten, deren Kreditrahmen nicht dauerhaft ausgeschöpft wird und bei denen die Rückzahlung lückenlos läuft,
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- vertragsgemäß bediente Kredite,
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- reguläre Vertragsbeziehungen ohne Zahlungsausfälle, wie zum Beispiel bei Abonnements oder Mobilfunkverträgen.
Solche Einträge können je nach Bewertungsverfahren der Bank sogar einen positiven Einfluss auf die Kreditentscheidung haben.
Negative Informationen
Relevant werden Einträge insbesondere dann, wenn es zu Störungen bei der Erfüllung finanzieller Verpflichtungen gekommen ist.
Dazu gehören unter anderem:
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- unbezahlte Forderungen,
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- Mahnverfahren,
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- Inkasso-Fälle,
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- bestimmte titulierte Forderungen,
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- schwerwiegende Zahlungsstörungen.
Diese Informationen können für Banken wichtige Hinweise auf mögliche Risiken liefern.
Welche Rolle spielen Mahnverfahren und Inkasso-Fälle:
Mahnverfahren und Inkasso-Fälle gelten für Kreditgeber als relevante Hinweise auf frühere Zahlungsprobleme oder sogar auf eine grundlegend instabile wirtschaftliche Gesamtsituation. Sie zeigen, dass Forderungen nicht innerhalb der ursprünglich vereinbarten Fristen beglichen wurden und zusätzliche Schritte erforderlich waren.
Für Banken sind solche Informationen deshalb interessant, weil sie Rückschlüsse auf das bisherige Zahlungsverhalten ermöglichen können. Gleichzeitig gilt auch hier: Die Bewertung erfolgt nicht isoliert. Kreditgeber betrachten die gesamte finanzielle Situation und nicht ausschließlich einzelne Einträge.
Sind Kreditanfragen, Girokonten oder bestehende Kredite problematisch:
Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass bereits bestehende Kredite oder Girokonten automatisch negativ bewertet werden. Banken wissen jedoch, dass solche Zahlungsinformationen Bestandteil einer normalen finanziellen Lebensrealität sind. Sofern Verbindlichkeiten zuverlässig und ohne Verzögerung bedient werden, sind keine negativen Auswirkungen zu befürchten.
Girokonten
Ein Girokonto ist zunächst ein normaler Bestandteil der persönlichen Finanzorganisation und kein negativer SCHUFA-Eintrag. Banken können daraus erkennen, welche bestehenden Bankverbindungen vorhanden sind und wie lange diese bereits bestehen. Allein die Existenz eines Girokontos wirkt sich in der Regel nicht nachteilig auf eine Kreditanfrage aus. Vielmehr gehören Girokonten zu den üblichen Vertragsbeziehungen, die im Rahmen einer SCHUFA-Auskunft dokumentiert werden können.
Bestehende Kredite
Auch laufende Kredite werden nicht automatisch negativ bewertet. Für Banken kann ein ordnungsgemäß bedienter Kredit sogar ein Hinweis darauf sein, dass finanzielle Verpflichtungen zuverlässig erfüllt werden. Relevant ist dabei vor allem die Gesamtsituation: Wie hoch sind die bestehenden monatlichen Belastungen, wie viele Finanzierungen laufen parallel und welcher finanzielle Spielraum bleibt nach Abzug aller Verpflichtungen noch übrig? Kreditgeber betrachten daher nicht nur die Existenz eines Kredits, sondern dessen Einordnung in die gesamte Haushaltsrechnung.
Kreditanfragen
Kreditanfragen werden häufig missverstanden. Viele Verbraucher befürchten, dass bereits eine Anfrage ihre Chancen auf eine spätere Finanzierung verschlechtert. Tatsächlich unterscheiden Banken und Auskunfteien zwischen verschiedenen Anfragearten. Insbesondere Konditionsanfragen dienen dazu, Angebote zu vergleichen, ohne unmittelbar eine Kreditentscheidung auszulösen. Deshalb ist es sinnvoll, Finanzierungsangebote sorgfältig zu vergleichen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Für Banken steht dabei weniger die einzelne Anfrage im Vordergrund als das Gesamtbild der Bonität und der finanziellen Situation.
Wie können Verbraucher ihre SCHUFA-Auskunft prüfen:
Eine regelmäßige Überprüfung der Daten, die die SCHUFA bereithält, schafft Transparenz und kann dabei helfen, die Chancen auf einen Kredit realistischer einzuschätzen. Einmal jährlich sind Verbraucherinnen und Verbraucher berechtigt, eine kostenlos Selbstauskunft bei der SCHUFA zu beantragen.
Die Verbraucherzentrale informiert, wie der kostenlose Einblick in die Daten funktioniert.
Dabei empfiehlt sich insbesondere:
1. Die gespeicherten Daten vollständig und sorgfältig prüfen.
2. Persönliche Angaben auf Richtigkeit kontrollieren.
3. Bestehende Vertragsinformationen überprüfen.
4. Mögliche Unstimmigkeiten dokumentieren.
5. Bei Bedarf eine Korrektur bei der SCHUFA beantragen.
Eine transparente Übersicht hilft dabei, die eigene finanzielle Situation besser einzuschätzen und Falschinformationen gegebenenfalls korrigieren oder löschen zu lassen.
Was tun, wenn die SCHUFA-Auskunft Fehler enthält:
Wie bei anderen Datenbeständen können auch in SCHUFA-Daten Fehler oder veraltete Informationen auftreten.
Deshalb sollten Verbraucher bei Auffälligkeiten prüfen:
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- ob personenbezogene Daten korrekt sind,
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- ob Verträge richtig zugeordnet wurden,
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- ob erledigte Sachverhalte korrekt verarbeitet wurden,
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- ob gespeicherte Informationen nachvollziehbar erscheinen.
Wer Unstimmigkeiten feststellt, kann bei der SCHUFA beantragen, dass falsche Angaben korrigiert oder veraltete Daten gelöscht werden.
Nicht jeder SCHUFA-Eintrag ist ein Nachteil
Die SCHUFA ist deutlich differenzierter, als viele Verbraucherinnen und Verbraucher vermuten. Für Banken sind vor allem Informationen relevant, die Rückschlüsse auf das bisherige Zahlungsverhalten zulassen. Dazu gehören insbesondere Zahlungsstörungen, Mahnverfahren oder Inkasso-Fälle.
Entscheidend ist stets das Gesamtbild der finanziellen Situation. Wer seine SCHUFA-Daten regelmäßig prüft und mögliche Fehler frühzeitig korrigiert, schafft zudem mehr Transparenz für zukünftige Finanzierungsentscheidungen.
Die Recherche und Erstellung des Beitrags wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion..

